20. Dezember 2016

CADS-Mitglieder tagten in Rosenheim

Zur Mitgliederversammlung der Cooperation at DSI (CADS) am 13. und 14. Dezember 2016 in Rosenheim begrüßten die Geschäftsführer des DSI (Deutsches Schuhinstitut), Manfred Junkert, und der Vorsitzende der CADS, Michael Tackenberg, mehr als 80 Teilnehmer.

Die CADS-Mitgliederversammlung wartete mit spannenden Vorträgen auf, etwa von Dr. Uwe Mazura. Der Hauptgeschäftsführer des Verbands textil+mode bot den Teilnehmern Einblicke in die Inhalte und Ziele des Textilbündnisses, das als „Blaupause für weitere Industrien“ anzusehen sei. Vor dem Hintergrund der ambitionierten Forderungen gelte es, einen Mittelweg zu finden, der die Bedingungen der Menschen vor Ort verbessern und die Unternehmen erfolgreich am Markt bestehen lasse. Der Verband hat dazu eine Roadmap entwickelt, in der die Unternehmen der Textilbranche Fragen zur Nachhaltigkeit beantworten und sich konkrete Ziele zur Verbesserung setzen müssen.

Neue RSL präsentiert

Großes Interesse fanden auch die Ausführungen von Rechtsanwalt Martin Ahlhaus zu den umfangreichen rechtlichen Anforderungen der EU-Biozid-Verordnung an behandelte Waren. Der Jurist wies unter anderem auf die Kennzeichnungsvorschriften gemäß Artikel 58/3 BPR hin, die zwar keine strafrechtlichen Konsequenzen, aber hohe Bußgelder nach sich ziehen können. CADS legt höchsten Wert darauf, die strengen, häufig über den gesetzlichen Richtlinien liegenden Werte nicht nur im Rahmen der eigenen Produktionsabläufe anzuwenden, sondern darüber hinaus auch weltweit bei Materialherstellern und der Zulieferindustrie zu verbreiten.

Vor diesem Hintergrund freute sich der Vorsitzende Michael Tackenberg, die druckfrische „RSL 2017“ präsentieren zu können. Dieses „Verzeichnis eingeschränkt nutzbarer Substanzen in Schuhen“ liegt nunmehr in vierter Auflage vor und ist beim DSI in Deutsch und Englisch erhältlich. Auch der seit seinem Erscheinen Ende 2015 mehrfach vergriffene „Leitfaden für Lederhersteller. Empfehlungen zur Vermeidung der Chrom (VI) Bildung“ ist wieder verfügbar. Die CADS-Webinare zu schuh- und lederrelevanten Themen gehen im Februar 2017 online.

Vorreiter sein

Neben Bioziden und Chrom VI beschäftigen sich die CADS-Arbeitsgruppen aktuell mit einem „Shoe Designation System“, das eine einheitliche Materialkennzeichnung vorsieht und den Laboren eindeutige, korrekte Ergebnisse bei der Materialprüfung erlaubt. Das ebenfalls neu entwickelte „CADS Compliance System“ beinhaltet einen systematischen Ansatz für die Qualitätssicherung bei Schadstoffprüfungen in Schuhen für CADS-Mitglieder. In acht Grundsätzen wird festgelegt, dass die Tests gemäß der CADS-Prüfmethoden durchgeführt werden müssen.

Über den aktuellen Stand des „Nachhaltigkeit-Management-Tools“, an dem derzeit drei Unternehmen des Bundesverbands der Schuh- und Lederwarenindustrie teilnehmen, informierte Matthias Borgschulze. Er mahnte die Teilnehmer, dass es längst nicht mehr um toxikologische Untersuchungen gehe, sondern um die Installation von Management-Systemen in den Unternehmen.

Im Anschluss legte Umweltaktivist Berndt Hinzmann (INKOTA-netzwerk Berlin) den Zuhörern die Kampagne „Change your shoes“ dar. Er erläuterte die relevanten Bedingungen für eine transparente und nachhaltige Lieferkette von Schuhen und forderte dazu auf, präventiv Sorgfalt zu tragen, um mögliche Schäden von Unternehmen und Menschen abzuwenden. Es gehe darum, gemeinsam einen Weg für mehr Transparenz und Nachhaltigkeit einzuschlagen. Nicht reagieren, sondern als Vorreiter agieren, so der Wunsch des Umweltrechtlers an die Unternehmen der Branche.

Neuer CADS-Vorstand einstimmig gewählt

Im Rahmen der CADS-Mitgliederversammlung standen die Wahlen des Vorstands und des Beirats turnusmäßig auf dem Programm. Der einstimmig gewählte Vorstand besteht nunmehr aus dem Vorsitzenden Michael Tackenberg (Gabor) sowie Andreas Tepest (Deichmann) als stellvertretendem Vorsitzenden. Weiter im Vorstand: Andreas Burmeister (Wortmann), Michael Krämer (Ricosta), Christian Ludy (Lowa), Sven Reimers (Lloyd), Holger Schäfer (Ara), Dr. Siegfried Schwarzer (Hamm Reno). Auf einen Beirat wurde verzichtet. Die Mitglieder des einstigen Beirats sind jetzt Teil des Vorstands.