29. März 2017

Neues von BIFO-OST.de

Seit der Mitgliederversammlung im vergangenen November hat sich beim Verein zur Förderung des Forschungs- und Bildungsmanagements für die  Orthopädieschuhtechnik in Deutschland e. V. einiges getan. Vor allem die Planungen zu Forschungsprojekten und Fortbildungsveranstaltungen werden forciert.   

Am 21. Januar 2017 trafen sich in Berlin in den Räumen der Firma Springer Vorstand und Beirat des BIFO in zunächst getrennten Sitzungen. Anschließend wurden die Ergebnisse in einer gemeinsamen Sitzung vorgestellt und abgestimmt. Die gute Nachricht: Die Förderanträge der Schulen wurden im Dezember 2016 und Januar 2017 abgegeben. „Wir hoffen, dass zum Sommer 2017 die positiven Bescheide vorliegen, rechnen allerdings mit Nachfragen und/oder Nachbesserungen in einem noch nicht erkennbaren Umfang“, gab der Vorstand zu bedenken.

Personal
Der ZVOS hatte in den vergangenen drei Jahren die Sekretariatsarbeit unentgeltlich für BIFO übernommen. Dafür dankte der Vorstand den stellvertretenden ZVOS-Präsidenten Daniel Bürkner und Jens Schulte für die vor allem von Kathrin Rogoll und Oliver Dieckmann geleistete Arbeit. Gemeinsam wurde beschlossen, die außerhalb des Vorstands und Beirats anfallenden Arbeit aufzuteilen: Kathrin Rogoll wird unabhängig von ihrer Tätigkeit für den ZVOS weiterhin für Organisation und Buchführung zuständig sein, Kathrin Ernsting wird sich verstärkt in die Öffentlichkeitsarbeit einbringen. Das Angebot von Thomas Stief, die Schulen in der weiteren Antragsphase zu beraten und zu unterstützen, wurde dankbar angenommen, da er sich bereits in der Vergangenheit intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt hat und seine Vorarbeit von den zuständigen Stellen ausdrücklich gelobt wurde.

Forschung
Das Thema Forschung insgesamt ist anspruchsvoll und komplex, eine Studie ist nur erfolgversprechend, wenn vorab klare Ziele definiert werden und ein professionelles Studienmanagement durchgeführt wird, waren sich Vorstand und Beirat einig. „Wichtig ist es, die Fortbildungsakzeptanz insgesamt zu stärken“, erklärte Prof. Klaus Peikenkamp in seinem Bericht von der Beiratssitzung. Dazu könnte eine Diabetesstudie beitragen. Diesbezüglich stellte Prof. Christina Stukenborg-Colsman das Thema aus ärztlicher Sicht vor. Hans-Georg Ahrens berichtete über die bei Diabetologen herrschende Verunsicherung bezüglich der schuhtechnisch verwendeten Materialien.

Diskutiert wurde, ob eine vor rund zwei Jahren im Annastift (Hannover) angedachte Pilotstudie wieder aufgenommen werden soll. Fraglich ist, ob der zeitliche und finanzielle Aufwand dafür gestemmt werden kann. Darum verständigten sich Prof. Christina Stukenborg-Colsman, Prof. Klaus Peikenkamp und Thomas Stief im Nachgang zur Sitzung auf eine mögliche „kleine“ Variante der Studie zu den Versorgungsmöglichkeiten bei Diabetischem Fußsyndrom (DFS).  Angedacht ist eine Pilotstudie zur Ermittlung relevanter Größen für die Überprüfung der Wirksamkeit verschiedener konservativer Versorgungsmöglichkeiten bei Patienten mit DFS. Dadurch soll die Quantifizierung der plantaren Belastung und Entlastung durch verschiedene konservative Versorgungen ermöglicht werden. Ziel ist die Übertragbarkeit des Studiendesigns und der Untersuchung in eine größer aufgesetzte Studie mit mindestens Evidenzlevel 2b. Studienpartner sollen folgende Einrichtungen sein: der Verein zur Förderung des Forschungs- und Bildungsmanagements für die Orthopädie-Schuhtechnik e.V., die Sektion Technische Orthopädie, Department Fuß- und Sprunggelenkschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover, das Labor für Biomechanik, FH Münster, die Nora systems GmbH, shoe components sowie die Orthopädie-Schuhtechnik Schievink GmbH.

Ein weiteres Thema für BIFO ist die Sensomotorik. Gastgeber Hans-Joachim Hepper stellte im Namen der Springer aktiv AG eine Zusammenarbeit des Vereins mit dem neu gegründeten Fachbeirat sowie eine Unterstützung der Schulen bei diesem Thema in Aussicht.

Bildungsveranstaltungen
Prof. Klaus Peikenkamp stellte einen Tageslehrgang zum Themenkomplex Biomechanik und Schuhzurichtung vor. Zur Durchführung erklärte sich das Biomechaniklabor an der FH Münster bereit, das mit vielfältigen Messsystemen ausgestattet ist. Dazu gehören Druckmesssysteme, kinematische Systeme zum Teil in Verbindung mit Elektromyografie sowie ein Scansystem von IETEC. Mit Hilfe von Einzeldrucksensoren und Dehnungsmessstreifen können auch Messungen direkt am Hilfsmittel vorgenommen werden. So lassen sich verschiedene Facetten der Ganganalyse sowie ein potenzieller Wirkungsnachweis untersuchen. Für ergänzende Fragestellungen stehen zudem Beschleunigungs- und Goniometer sowie Inertialsensoren zur Verfügung. Eine mögliche Kooperation mit der Vebitosolution GmbH, die ebenfalls Fortbildungsveranstaltungen im Labor durchführt, ist im Gespräch. Es wird nun geprüft, ob der Lehrgang vor oder nach Genehmigung der Förderanträge angeboten werden kann.

Aus einer Vielzahl weiterer möglicher Themen wurde die Versorgung von Rheumapatienten als interessante Fortbildungsveranstaltung ausgewählt. Dazu gab Mike Jakob, Nora systems GmbH, eine materialbezogene Einweisung. Für einen praxisnahen Lehrgang an den Fachschulen in Kooperation mit BIFO sehen der gesamte Vorstand und alle Beiratsmitglieder einen Bedarf. Insgesamt soll die orthopädieschuhtechnische Versorgung des rheumatischen Formenkreises weiter entwickelt werden. Für die konkrete Umsetzung werden Mike Jakob und Hans-Georg Ahrens einen Tageslehrgang mit medizinischen Grundlagen vorbereiten.

Die zukünftig angebotenen Seminare und Workshops von BIFO stehen in erster Linie den Mitgliedern zur Verfügung. Über die organisatorischen Details und vor allem die Termine werden die Mitglieder über den Newsletter des BIFO frühzeitig informiert.

Homepage
Derzeit wird die Homepage www.BIFO-ost.de überarbeitet. Neu ist ein Bereich, in dem die Vorstands- und Beiratsmitglieder vorgestellt werden.