03. April 2017

Bis 2025 bleibt es sportlich

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Das Kölner Marktforschungsinstitut Marketmedia24 gibt mit seinem Branchen-REPORT Schuhmode 2017 einen Ausblick auf das Jahr 2025.

Das Aus für die Branchenleitmesse GDS spiegelt den Umbruch, aus dem nicht einfach nur eine neue „internationale Orderplattform“ hervorgeht. Zeitgemäß, überschaubar klein und mit einem „wirklich notwendigen“ kuratierten Angebot, umschreibt Project Director Ulrike Kähler, in deren Händen bei der Düsseldorfer Igedo die Schuhe liegen, das Zukunftskonzept für die neue Messe Gallery Shoes. Zumindest geschärfte Konzepte empfehlen sich für alle Marktteilnehmer.

Ist die Gegenwart für die Schuhbranche schon heute stürmisch, zeichnet das Marktszenario von Marketmedia24 bis 2025 ein durchaus sportliches Marktumfeld. So werden knapp über 1,3 Milliarden Euro fehlen, vergleicht man das unter pessimistischen Vorzeichen errechnete Marktvolumen für Schuhe im Jahr 2025 mit dem Ergebnis der optimistischen Variante. Auch bei den Perspektiven für die Vertriebswege öffnet sich die Schere ähnlich weit: Wenn zum Beispiel das Fahrwasser für den Schuhfachhandel ähnlich rau bleibt wie 2015/2016, wird dessen Marktanteil von heute 52 Prozent auf nur noch 41 Prozent sinken.

Trotzdem hofft Professor Dr. Siegfried Jacobs, Geschäftsführer des BDSE – Bundesverband des Deutschen Schuheinzelhandels e.V., im Branchenreport Schuhmode auf eine Wendung zum Positiven. Er sieht gute Chancen für den Schuhfachhandel, wenn dieser seine Hausaufgaben macht und zum Beispiel über Multichannel-Strategien vom Internetwachstum profitiert. „Und Teile des Fachhandels könnten sich auch neu erfinden, etwa indem sie sich auf Marktnischen oder Fashion-Trends konzentrieren und dieses Feld kompetent bearbeiten.“ Tatsächlich üben vor allem die Onlineplayer weiterhin Druck auf traditionelle Vertriebswege aus. Über 22 Prozent hat der Umsatz des interaktiven Handels seit 2012 zugelegt, während der Schuhfachhandel nur noch knapp 4 Prozent mehr generieren konnte. Trotzdem werden auch im Online-Schuhjahr 2016 die höchsten Bons im Fachhandel geschrieben.

Auch die Industrie stimmt nicht den Abgesang auf den deutschen Handel an. Dennoch ist es höchste Zeit, die Zukunft für den wichtigen Inlandsmarkt zu sichern. Digitalisierung ist das Stichwort, das in Prozessen mündet, die den Umbruch bewältigen helfen: „Handel und Industrie müssen offener sein und Kooperationsmodelle finden, um schneller zu werden“, fordert Manfred Junkert, Hauptgeschäftsführer des HDS/L – Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie e.V., im Experteninterview mit Marketmedia24. Für Junkert ist das Wegbrechen der Inlandsnachfrage das Risiko Nummer eins. Schon 2016, als das Marktvolumen für Schuhmode auf rund 9,2 Milliarden Euro zu Endverbraucherpreisen sank, retteten sich die Unternehmen vor allem mit individuellen Strategien sprich Firmenkonjunkturen.