27. April 2017

Digitaler Leitfaden zu Prüfanforderungen für Schuhe

uhl4254_klein ostechnik.de - Digitaler Leitfaden zu Prüfanforderungen für Schuhe
Die TÜV SÜD Experten bereiten die Schuhe für die chemische Analyse vor.

Die Experten von TÜV SÜD und der Verband der US-Schuhhersteller und -händler FDRA (Footwear Distributors and Retailers of America) haben gemeinsam eine Website mit umfassenden regulatorischen Informationen entwickelt. Die Website http://globalfootweartesting.com/ enthält den FDRA-Leitfaden bezüglich der Anforderungen an die chemischen Analysen und physikalischen Prüfungen von Schuhen.

Damit können sich die Experten für die Einhaltung regulatorischer Anforderungen mit nur einem Klick auf eine bestimmte Chemikalie oder einen bestimmten Markt einen klaren Überblick über die gesetzlichen Anforderungen in mehreren Ländern und Regionen verschaffen. Die Website umfasst auch einen Katalog der weltweit geltenden Prüfgesetze und bietet damit alle Informationen über die Prüfung von Schuhen.

„Diese Website hilft Schuhunternehmen, die chemikalischen und physikalischen Anforderungen in den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union, in Japan, Korea und China zu verstehen“, erklärt Kapil Basal, Senior Vice President Consumer Products, TÜV SÜD Product Service. Die Aufgabe von TÜV SÜD war es, den FDRA bezüglich der Prüfanforderungen, die für den Markteintritt in den oben genannten Ländern gelten, technisch zu beraten. Dazu zählen auch die Liste eingeschränkt nutzbarer chemischer Substanzen (Restricted Substances List, RSL) und spezifische Empfehlungen für die physikalische Prüfung von Schuhen.

Weltweit werden jährlich circa 23 Milliarden Paar Schuhe produziert, von High Heels über Sneaker bis zu funktionellen Arbeitsschuhen. Dabei kommt eine große Bandbreite verschiedener Materialien zum Einsatz, wie Leder, Hanf, Textilien oder Synthetik. Häufig werden diese Materialien mit gesundheitsschädlichen Chemikalien behandelt. Aufgrund des wachsenden Verbraucherbewusstseins für Produktqualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit schränken die Märkte die Nutzung dieser potenziell gefährlichen Substanzen zunehmend ein. Die Schuhindustrie muss komplexe Anforderungen erfüllen. Dazu zählen unter anderem die europäische Chemikalienverordnung REACH und das US-Produktsicherheitsgesetz (Consumer Product Safety Improvement Act, CPSIA).

Das TÜV SÜD Footwear Mark umfasst weitreichende chemische Analysen der produzierten Schuhe sowie von Auditoren durchgeführte Fertigungsstättenbesichtigungen. Nach Ausstellung des Zertifikats, das dokumentiert, dass der Hersteller die internationalen Normen und rechtlichen Anforderungen erfüllt, sorgt TÜV SÜD durch jährliche Fertigungsstätteninspektionen und Marktüberwachung dafür, dass die Produkte auch weiterhin allen auf dem Prüfzeichen angegebenen Eigenschaften entsprechen.