02. Mai 2017

Diabetes-Präventionsprojekt Dimini erhält Förderung des Innovationsfonds

Andrey-Popov2_fotolia_klein ostechnik.de - Diabetes-Präventionsprojekt Dimini erhält Förderung des Innovationsfonds
Andrey Popov/fotolia

Das länderübergreifende Präventionsprojekt „Dimini – Diabetes mellitus? Ich nicht!“ wird mit rund 4 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Bundes gefördert. Ziel von Dimini ist es, die Gesundheitskompetenz von Menschen mit erhöhtem Risiko für Typ-2-Diabetes zu stärken.

Damit soll einerseits die Entstehung von Typ-2-Diabetes verzögert oder sogar verhindert werden, andererseits sollen Kosten für die medizinische Versorgung gesenkt werden.

Da nur das frühzeitige Erkennen eines hohen Diabetesrisikos eine wirksame Vorbeugung ermöglicht, ermitteln die an dem Projekt teilnehmenden Ärzte zunächst das individuelle Risikoprofil der teilnehmenden Versicherten. Dazu setzt Dimini auf den bewährten FINDRISKTest*, der aus acht Fragen (wie z.B. Größe, Gewicht, Taillenumfang und Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten) besteht und sehr einfach in wenigen Minuten durchgeführt werden kann. Je nach Risiko erfolgt die weitere Betreuung durch den Arzt, die – über mehrere Termine verteilt – maximal 15 Monate dauert und beispielsweise eine oder mehrere Beratungen zu Ernährung und Bewegung enthalten kann. Die Teilnahme ist in den Regionen Schleswig-Holstein und Hessen für Versicherte (über 18 Jahre) der am Konsortium beteiligten Krankenkassen möglich und für die Versicherten freiwillig und kostenlos. Der Hausarzt unterstützt seinen jeweiligen Risikopatienten dabei, mehr Bewegung und eine gesündere Ernährungsweise dauerhaft in seinen Alltag zu integrieren. Ziel ist, dass die Gesundheitskompetenz des Patienten steigt und er selbständig bessere Entscheidungen für seine Gesundheit treffen und somit Typ-2-Diabetes aktiv vorbeugen kann.

Für das Dimini-Projekt kooperieren unter der Konsortialführung der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) und dem ärztlichen Projektinitiator Dr. Carsten Petersen aus Schleswig die Krankenkassen AOK NordWest, BARMER, DAK-Gesundheit und die Techniker Krankenkasse, in Hessen die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) und die Krankenkasse AOK Hessen. Zu den weiteren Partnern in beiden Regionen gehören die Fachgesellschaften Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation (DGPR), das forschende Pharmaunternehmen MSD, das Institut für angewandte Versorgungsforschung (inav) sowie die Bundesagentur für Arbeit.

Die nächsten Schritte sind: Die Projektteilnehmer finalisieren die Unterlagen und bereiten den Start des Projektes vor. Unter der wissenschaftlichen Leitung des ärztlichen Projektinitiators Dr. Carsten Petersen soll der Nachweis über Wirksamkeit des Diabetes-Präventionsprojektes Dimini in den Bundesländern Schleswig-Holstein und Hessen erbracht werden. Voraussichtlich ab Herbst 2017 können sich die Ärzte in das Projekt einschreiben. Nach Durchführung der Schulungsmaßnahmen für die Ärzte können die Versicherten der beteiligten Krankenkassen in die Studie aufgenommen werden. Die Durchführung der Evaluation leitet das Institut für angewandte Versorgungsforschung (inav).