23. Mai 2017

Jahresempfang Verena Bentele: Teilhabepolitik bleibt Zukunftsaufgabe

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Verena Bentele (Foto: Tom Maelsa)

Beim diesjährigen Jahresempfang bedankte sich die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Verena Bentele, bei ihren Gästen für die Gestaltung der Politik von und für Menschen mit Behinderungen. Prägend sei im letzten Jahr die Verabschiedung des Bundesteilhabegesetzes gewesen. „Wir können Erfolge für mehr Teilhabe verzeichnen, wie ein Budget für Arbeit und die unabhängige Teilhabeberatung. Aber wir stehen bei der erfolgreichen Umsetzung erst am Anfang. Denn jetzt sind maßgeblich die Länder am Zug, damit diese Instrumente bundesweit wirken können“, betonte Bentele.

Nach dem Grußwort des Ehrengastes, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, forderte Verena Bentele in ihrer Rede unter anderem die Abschaffung der pauschalen Wahlrechtsausschlüsse von Menschen mit rechtlicher Betreuung in allen Angelegenheiten. Als weitere Forderung nannte sie die Verpflichtung der Privatwirtschaft zur Barrierefreiheit, damit alle Menschen teilhaben können.

Mit Blick auf die ablaufende Legislaturperiode sprach Verena Bentele auch über die Erfolge ihrer Amtszeit. Besonders erwähnte sie die Einrichtung einer Schlichtungsstelle, die sich um alle Diskriminierungsfälle nach dem Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) kümmert. Bei dieser Stelle an ihrem Dienstsitz seien in den vergangenen fünf Monaten schon fast sechzig Anträge von Personen und Verbänden eingegangen.

Den Perspektiven für Arbeit für Menschen mit Behinderungen im Zeitalter der Digitalisierung widmete sich der Impulsvortrag der Zukunftsforscherin Cornelia Daheim. Die Wissenschaftlerin betonte, Deutschland befände sich durch die Digitalisierung in einer Zeit des Umbruchs, von der auch die Inklusion profitieren könnte. Veränderungen ließen sich gerade auch zugunsten von Menschen mit Behinderungen nutzen. „Digitale Barrierefreiheit ist eine Grundvoraussetzung und Bildungszugang ein zentraler Hebel für eine inklusive Arbeitswelt“, so Daheim.

Am Empfang im Berliner Café Moskau nahmen über 500 Gäste aus Politik, Verbänden und Selbsthilfeorganisationen teil, auch ZVOS-Hauptgeschäftsführer Oliver Dieckmann war eingeladen. Er nutzte die Gelegenheit, um im Gespräch mit Bundestagsabgeordneten und weiteren Gästen den Beitrag der Orthopädieschuhtechnik zur Versorgung von Menschen mit Behinderungen aufzuzeigen. Auch zur Vermeidung von Behinderungen trage die Orthopädieschuhtechnik bei, etwa, wenn es um die Amputationsvermeidung beim diabetischen Fußsyndrom geht. "Inmitten des politischen Geschehens in Berlin konnten wir in verschiedenen Gesprächsrunden unsere Themen diskutieren und positionieren", resümiert Dieckmann.