24. Mai 2017

ISPO Weltkongress erreicht afrikanischen Hilfsmittelmarkt

Vier Tage lang trafen sich 2.000 Orthopädietechniker, Ärzte, Therapeuten und Ingenieure vom 08. bis 11. Mai in Kapstadt, um über die zukünftigen Entwicklungen der Hilfsmittelversorgung zu diskutieren. Ein besonderer Schwerpunkt des diesjährigen Weltkongresses der International Society for Prosthetics & Orthotics (ISPO) lag darin, vor allem die Gesundheitsdienste in Afrika sowie Unternehmen des afrikanischen Marktes zu erreichen.

Neben der persönlichen Weiterbildung nutzte die O&P-Branche den ISPO Weltkongress für den Austausch über die globalen Ländergrenzen hinweg. Rund 2.000 Teilnehmer aus 106 Ländern informierten sich über Versorgungswege mit Prothesen und Orthesen. Fortschrittliche Technologien von der Bewegungsanalyse über 3D-Druck bis hin zu Robotik standen auf der Agenda.

Ein besonderes Highlight war die Veröffentlichung der WHO-Standards für die Hilfsmittelversorgung, die in Zusammenarbeit mit der ISPO entwickelt und von US Aid finanziert wurden. Demnächst werden sie online verfügbar sein. Unter anderem beinhalten sie einen Abschnitt zu Produkten des Hilfsmittelsektors.

Neue Wege für den afrikanischen Markt

Die ISPO ist eine weltweit agierende interdisziplinäre Organisation mit dem Ziel, Wissenschaft und Forschung, Fortbildung und Praxis auf dem Gebiet der Prothesen- und Orthesenversorgung und Rehabilitation Körperbehinderter zu koordinieren und zu fördern. Die Intention der ISPO war es, den Hilfsmittelmarkt für die übergreifende Versorgung aller Menschen mit Handicap weiter zu öffnen. Da insbesondere in den afrikanischen Ländern der Bedarf an Hilfsmitteln sowie Fortbildungsmöglichkeiten sehr hoch ist, waren neben Experten aus aller Welt, 30 Prozent  der Teilnehmer vom afrikanischen Kontinent vor Ort. Insbesondere mit Letzterem zeigt sich die International Society for Proshtetics & Orthotics sehr zufrieden.

Zudem hat die ISPO eine Vereinbarung mit der Fedération Africaine des Techniciens Orthoprothésistes (FATO) zur Gründung des ISPO-FATO-Rates unterzeichnet. Damit wird ein besserer Zugang für die internationale Gesellschaft zu den Mitgliedsländern der FATO gewährt, der mehr als die Hälfte der Branche in Afrika angehörig sind. Mit dieser Kooperation ist ein großer Schritt für die Entwicklung globaler Standards in der Hilfsmittelversorgung und der flächendeckenden Versorgung getan, so die ISPO.

In der Fachausstellung präsentierten 120 Aussteller aus 31 Ländern Produktneuheiten und Technologien, die sich neben aller Innovationskraft auch speziell für den afrikanischen Markt eignen. 15 deutsche Unternehmen waren im Rahmen einer offiziellen Bundesbeteiligung in Kooperation mit Spectaris, Verband der Hightech-Industrie, in Kapstadt. Der nächste ISPO-Kongress findet vom 5. bis 8. Oktober 2019 in Japan statt.