30. Mai 2017

Förderpreis 2017 für innovativen Druckmessstrumpf

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Der Messstrumpf verfügt nicht nur an der Fußsohle, sondern auch an Ferse, Spann und Knöchel über Sensoren.

Mit dem SilverStar Förderpreis, der seit 2011 jährlich von der Berlin-Chemie AG verliehen wird, werden praxisorientierte sowie kreative Projekte und Ideen gewürdigt, die speziell für ältere Menschen mit Diabetes eine Erleichterung im Alltag und eine bessere Lebensqualität bieten. Er wurde anlässlich des Diabetes-Kongresses der Deutschen Diabetes Gesellschaft am 24. Mai 2017 in Hamburg an das Center Smart Materials CeSMa des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC in Würzburg für einen innovativen Druckmessstrumpf vergeben, der Diabetiker im Alltag unterstützen soll.

Der Messstrumpf (vorgestellt in der Orthopädieschuhtechnik 7/8 2015, S. 30), warnt mit einem integrierten Sensorsystem Diabetiker vor zu hoher Druckbelastung am Fuß. Jurymitglied und Arzt Dr. Martin Lederle, Ahaus, betonte: „Der Druckmessstrumpf hat für Diabetespatienten einen enormen Vorteil: Mit ihm kann der Entstehung des Diabetischen Fußsyndroms frühzeitig entgegengewirkt werden. Die neuen Daten bieten für uns Ärzte ganz neue Möglichkeiten in der Behandlung und Betreuung unserer Patienten.“

Insgesamt 40 sehr dünne Sensoren messen die Druckbelastung und -verteilung am Fuß. Im Gegensatz zu bisherigen Systemen, die nur den Druck auf der Unterseite des Fußes wahrnehmen, besitzt der Strumpf Sensoren an der Sohle, der Ferse, dem Spann und dem Knöchel. Die Sensoren bestehen aus einer stark dehnbaren, weichen Elastomerfolie aus Silikon. Verformt sich die Folie bei Druck oder Dehnung, verringert sich ihre Dicke. Gleichzeitig vergrößert sich dabei die Fläche. Das Resultat: Die elektrische Kapazität als Messgröße erhöht sich. Steht der Patient beispielsweise längere Zeit auf einer Stelle, erhöht sich die Druckbelastung. Dies erkennen die Sensoren und schicken das Messsignal über leitfähige Fäden an eine Auswerteelektronik, die wiederum mit einem Smartphone oder Tablet drahtlos verbunden werden kann und so die Daten speichert und darstellt.

Das Preisgeld in Höhe 10.000 Euro wird CeSMa zur Weiterentwicklung des Druckmessstrumpfs nutzen. Die Sohlen sollen dünner werden und die Elektronik soll kleiner und leistungsfähiger werden. Wenn der Strumpf dann technisch einwandfrei funktioniert, will das CeSMa-Team einen größeren Anwendertest durchführen. Dies soll die Voraussetzung für eine spätere Serienherstellung bilden, für die CeSMa noch Partner sucht.

(Fraunhofer)