20. Juni 2017

Neue Meta-Analyse klinischer Studien bekräftigt die Evidenz von Silber-Wundauflagen

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Wegen seiner antimikrobiellen Wirkung wird Silber in der medizinischen Therapie eingesetzt. Foto:Systagenix Wound Management (Germany) GmbH

Eine neue Meta-Analyse klinischer Studien von einem Autorenteam um Prof. Dr. Joachim Dissemond von der Uniklinik Essen und Dr. Karl-Christian Münter von der Gemeinschaftspraxis Bramfeld bekräftigt die Evidenz von Silber-Wundauflagen in der Wundversorgung. Darauf weist der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, hin.

Silber wird in der medizinischen Therapie aufgrund seiner antimikrobiellen Wirkung seit langem angewendet. Die Meta-Analyse zeigt, dass die Anwendung von Silber in der Wundtherapie neben der antimikrobiellen Wirkung auch zu einer Verbesserung der Lebensqualität und Wirtschaftlichkeit führt, so die Autoren.

„Die Meta-Analyse zeigt, dass die Evidenzlage für Silber in der Wundbehandlung deutlich besser ist als in der derzeitigen wissenschaftlichen Diskussion wahrgenommen wird“, so die Autorengruppe bestehend aus Prof. Dr. Joachim Dissemond, Dr. Karl-Christian Münter und der Projektgruppe „Best Practice Silber“ des BVMed. So ist der Einsatz von Silber zur Behandlung von akuten Wunden, beispielsweise bei Verbrennungen, sowie chronischen Wunden mit lokalen Infektionszeichen sicher, wirksam und effizient.

Für ihre Studie „Evidenz von Silber in der Wundbehandlung – Metaanalyse der klinischen Studien von 2000-2015“, die im Mai 2017 im Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (JDDG) veröffentlicht wurde, wertete die sechsköpfige Expertengruppe publizierte klinische Studien zu Silber in der Wundbehandlung aus. Insgesamt wurden 851 wissenschaftliche Artikel identifiziert, von denen 173 Artikel in die Studie eingeschlossen und kategorisiert werden konnten.

„Bei einem gezielten und zeitlich begrenzten Einsatz ergeben sich neben den antimikrobiellen Effekten auch Hinweise auf eine Verbesserung der Lebensqualität bei einer insgesamt guten Kosteneffektivität“, erläutert Prof. Dr. Joachim Dissemond die Ergebnisse.

Dr. Christian Münter ergänzt: „Bei einer kritischen Kolonisation oder lokalen Infektion von Wunden sollten antimikrobielle, silberhaltige Verbände Teil der medizinischen Therapie sein. Schon vergangene Studien haben immer wieder eine vielfältige Wirksamkeit von Silber belegt. In der Praxis und in Richtlinien wurden diese Effekte teilweise nicht ausreichend berücksichtigt. Wie diese Meta-Analyse nun wissenschaftlich bestätigt, ist der therapeutische Nutzen von Silber in der Wundbehandlung bei angemessener Anwendung in der Praxis unverzichtbar.“