28. Juni 2017

Händlerforum 2017 der ANWR Group in München

Rund 250 Gäste kamen zum Händlerforum 2017 der ANWR Group nach München. (Foto: ANWR Group)

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Ende Juni fand das ANWR Händlerforum 2017 in München statt. Bei der Generalversammlung wurde deutlich, dass sich die ANWR Group als Genossenschaft auf dem Weg zum integrierten Systemanbieter befindet. Auch die Finanzlage wurde dargestellt: Mit einem Geschäftsvolumen in Höhe von 8,7 Milliarden Euro erzielte die ANWR Gruppe im Geschäftsjahr 2016 ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 2,4 Prozent.

Bei der Generalversammlung skizzierte der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Jürgen Robers den riesigen Veränderungsprozess, in dem sich der Schuhfachhandel befindet. Fachleute der Branche wüssten zwar alles über das Produkt Schuhe, beim Thema Digitalisierung bestehe allerdings noch Lernbedarf.

Eine Herausforderung für den Schuhfachhandel nannte Vorstandsmitglied Fritz Terbuyken auch die starke Nachfrage nach globalen Sportmarken, die ihrerseits den Schuhfachhandel nicht mehr für marktrelevant halten. Die ANWR Schuh habe es geschafft, Nike im gesamten deutschsprachigen Raum für die Mitglieder zu gewinnen. „Mit diesem Vertikalisierungskonzept werden wir die Schuhfachhändler besser und schneller mit Nike Produkten und Innovationen versorgen können.“ Schließlich wird die ANWR Schuh die Messen in Mainhausen neu ausrichten, um modische Programme stärker zu berücksichtigen und mit der Order näher an den Verkaufszeitpunkt zu rücken. Vier Messen sind dafür pro Jahr geplant. Die Komfort-, Kinder- und Outdoorsegmente werden mit zwei Messen pro Jahr bedient.

Vorstandsvorsitzender Günter Althaus sieht das wirtschaftliche Überleben vieler Mitspieler in der Schuhbranche in den nächsten Jahren gefährdet und mahnte mit Blick auf erfolgreiche Marktteilnehmer die Veränderungsnotwendigkeit an. Die Kooperation von schuhe.de mit Zalando sei ein erster Schritt, um den ANWR Händlern den Zugang zu Kunden und Märkten zu erleichtern. Und er kündigte an: „Weitere werden im zweiten Halbjahr folgen.“ Für Günter Althaus wandelt sich die ANWR Group zu einem integrierten Systemanbieter für den selbstständigen mittelständischen Schuh-, Sport- und zukünftig auch Textilhändler.

Finanzvorstand Frank Schuffelen stellte die Finanzlage der ANWR Gruppe im Geschäftsjahr 2016 vor: Der Konzern erzielte ein Abrechnungsvolumen in Höhe von 8,7 Milliarden Euro – ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 2,4 Prozent. Unter dem Strich lag bei einer soliden Finanz- und Ertragslage das Ergebnis vor Steuern bei 9,1 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss der ANWR Group eG belief sich auf 2 Millionen Euro. Die Mitglieder profitieren über die Ausschüttung einer 10-prozentigen Dividende auf ihren Genossenschaftsanteil.

Für die zur ANWR Group gehörende Schuh Mücke-Gruppe stellte Frank Schuffelen ein Umsatzplus im letzten Jahr von 4,6 Prozent auf 117,5 Millionen Euro vor.

Für den Handel sei, so Frank Schuffelen, das Jahr 2017 bislang nicht optimal verlaufen. Es spiegelt sich im Abrechnungsvolumen der ANWR Gruppe für die ersten fünf Monate des Jahres wider. Die Eigenverbände aus den Bereichen Schuhe, Sport und Lederwaren verzeichnen eine rückläufige Entwicklung von 2,1 Prozent. Diese wurde vom guten Ergebnis aus dem Bereich Finanzdienstleistungen mit einem Plus von 3,8 Prozent kompensiert. Im Gesamtergebnis weist die ANWR Gruppe ein Plus von 1,7 Prozent aus. Die Mücke-Gruppe konnte den positiven Umsatztrend des letzten Jahres auch in den ersten fünf Monaten 2017 fortsetzen: Der Bruttoumsatz liegt bei knapp 50 Millionen Euro, gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 6,6 Prozent.