05. Juli 2017

Änderungen am DMP Diabetes in Kraft getreten

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Am 20. April 2017 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) den Beschluss zu Änderungen in den Disease-Management-Anforderungen gefasst. Diese sind zum 1. Juli 2017 in Kraft getreten. Die wichtigsten Änderungen zur Fußversorgung bei Diabetes finden Sie hier.

Bei den Ausführungen zu den Frequenzen bei der Fußinspektion wurde klargestellt, dass es sich hier um Mindestanforderungen handelt. Liegt keine sensible Neuropathie vor, müssen die Füße künftig mindestens jährlich untersucht werden. Bei Vorliegen einer sensiblen Neuropathie mindestens alle sechs Monate. Bei einer sensiblen Neuropathie und Zeichen einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit und/oder Risiken wie Fußdeformitäten (ggf. infolge Osteoarthropathie), Hyperkeratose mit Einblutung, oder Zustand nach Ulkus oder Amputation muss alle drei Monate oder häufiger untersucht werden.

Studiengemeinschaft für Orthopädieschuhtechnik wirkte mit Stellungnahme mit
Dem Beschluss des G-BA war eine Anhörung am 8. März 2017 in Berlin vorausgegangen, bei der auch die Studiengemeinschaft für Orthopädieschuhtechnik Hannover e.V. eine Stellung aus Sicht der Orthopädieschuhtechnik abgeben hatte. Die nun durchgeführten Änderungen hatte die Studiengemeinschaft Hannover befürwortet, ebenso wie die Deutschen Diabetes Gesellschaft, das Bundesversicherungsamt und die Deutschen Gesellschaft für Angiologie und Gefäßmedizin.

In ihrer Stellungnahme hatte die Studiengemeinschaft jedoch schon darauf hingewiesen, dass die Zeiträume für die Fußuntersuchung noch etwas zu weit gefasst sind. Gerade bei der orthopädieschuh­technischen Versorgung mit Schuhen, Einlagen oder diabetesadaptierten Fußbettungen sei es zwingend notwendig, dass man in einem Turnus von acht bis zwölf Wochen das Hilfsmittel und die Belastungssituation der Füße überprüft. Als Ergänzung der bestehenden Richtlinie schlug die Studiengemeinschaft vor, dass es nicht nur darum gehen könne, jemanden zu einer qualifizierten Einrichtung zu überweisen, sondern auch zu einem qualifizierten Leistungserbringer, der über die nötige Qualifikation zur Hilfsmittelversorgung am diabetischen Fuß verfügt. Auch der Begriff „qualifizierte Einrichtung“ bedürfe einer genaueren Definition, um einen interdisziplinaren Versorgungsstandard sicherzustellen.

Bei der Anhörung am 8. März hatte die Studiengemeinschaft Gelegenheit gehabt, Ihre Argumente weiter auszuführen. So reiche es nicht aus, wie in der Richtlinie gefordert, Patienten mit Neuropathie wegen des Schuhwerks zu beraten. Diese Patienten bräuchten auch eine Beratung auch hinsichtlich der kompletten Hilfsmittelversorgung, die sich an der Nationalen Versorgungsleitlinie zum Diabetischen Fußsyndrom orientiert, in der ein strukturiertes Behandlungsschema beschrieben ist. Die Studiengemeinschaft forderte auch, die Belastungssituation regelmäßig mit geeigneten Messmethoden zu erheben. Nur so könne man sicher erkennen, wie der Fuß belastet wird. Und das sei der erste Schritt, den Fuß auch zu schützen. Diese Vorschläge fanden allerdings noch keinen Eingang in die überarbeitete Richtlinie, da sie, so der G-BA, nicht den Gegenstand des Stellungnahmeverfahrens betrafen. Inzwischen hat die Studiengemeinschaft auch zum Einsatz der hyperbaren Sauerstofftherapie beim diabetischen Fußsyndrom Stellung genommen und auch hier darauf hingewiesen, dass diese Therapie durch eine qualifizierte Schuhversorgung begleitet werden muss.