19. Februar 2018

Urteil zur Darlegung eines Sachmangels bei maßgefertigten Schuhen

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In einem Urteil des Amtsgerichts Nürnberg wurde über einen Fall entschieden, in dem ein Kunde einen Sachmangel im Hinblick auf maßgefertigte Schuhe geltend machen wollte (Az. 239 C 3934/17). Das Amtsgericht wies die Klage ab.

Der Kläger, der aus orthopädischen Gründen spezielles Schuhwerk tragen muss, ließ sich im Juni 2016 Maßschuhe anfertigen. Als Pfarrer benötigte er elegante Schuhe, welche er auch zu seiner Soutane tragen kann. Der Beklagte fertigte im Auftrag des Klägers, der das Rezept eines Orthopäden vorgelegt hatte, die Maßschuhe. Diese wurden dem Kläger ausgehändigt, welcher den Kaufpreis von insgesamt 1.690,96 € bezahlte.

Der Kläger ist der Auffassung, dass die Schuhe mangelhaft sind. Die Schuhe hätten eine ungenügende Passform, seine Füße würden nach längerem Tragen schmerzen zudem habe er das Gefühl, dass er in den Schuhen „schwimme“. Der Beklagte ist hingegen der Meinung, dass die Schuhe mangelfrei seien. Er habe genau Maß genommen und die Schuhe auf die orthopädischen Bedürfnisse des Klägers hin gefertigt. Zudem müsse der Kläger die Schuhe erst einlaufen, da er ausdrücklich ein härteres Leder gewünscht habe.

Der Kläger erhob Klage am Amtsgericht Nürnberg und verlangte die Rückzahlung des Kaufpreises. Das Amtsgericht wies die Klage ab. Aus Sicht des Gerichts habe der Kläger den Mangel unzureichend dargelegt. Er habe auf die Frage, ob er die Schuhe denn eingelaufen habe, keine "hinreichende Antwort" geben können. Es sei offen geblieben, ob er die Schuhe für nur einige Stunden oder an mehreren Tagen getragen habe und welche Strecke er damit zurückgelegt habe. Der Kläger ist nach Ansicht des Gerichts darlegungspflichtig für den Mangel und muss diesen daher präzise beschreiben und auch Angaben dazu machen, ob er die Schuhe hinreichend eingelaufen hat.

Das Urteil ist rechtskräftig.