18. April 2018

BVMed schlägt neuen Versorgungsbereich "Digitale Medizin" vor

Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, hat sich zur Gesundheits-IT-Messe "conhIT" in Berlin für neue Zugangswege für digitale und telemedizinische Anwendungen ausgesprochen und einen neuen Versorgungsbereich "Digitale Medizin" vorgeschlagen.

"Dafür sind besondere Evaluationen erforderlich, die den Besonderheiten von Digital Health entsprechen", sagte BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt. Die bisherigen Erfahrungen, beispielsweise mit dem Telemonitoring in der Herzmedizin, hätten gezeigt, dass die bestehenden Instrumente dafür untauglich und die Prozesse nicht sachgerecht seien.

Der BVMed will gemeinsam mit anderen Medizintechnik- und IT-Verbänden und den relevanten Stakeholdern in einem akteursübergreifenden Gremium an einem zielgerichteten und pragmatischen Konzept für die E-Health-Initiative mitarbeiten. In einem gemeinsamen Aufruf forderten die Branchenverbände Bio Deutschland, BITKOM, bvitg, BVMed, SPECTARIS, VFA, VDGH und ZVEI Ende Januar 2018 die Bundesregierung dazu auf, ein "nationales eHealth-Zielbild" zu entwickeln, um die bis dato noch schleppende Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft in Deutschland schnell und erfolgreich voranzubringen.

Aufgrund der sektorenübergreifenden Relevanz digitaler Anwendungen schlägt der BVMed einen neuen Versorgungsbereich "Digitale Medizin" mit einer eigenen Vergütung unabhängig von den bestehenden Versorgungssektoren vor. Die "Digitale Medizin" ließe sich aus Mitteln des Gesundheitsfonds und angepasster Zuweisungen aus dem Risikostrukturausgleich finanzieren, beispielsweise mit 1 Milliarde Euro jährlich zum Ausprobieren neuer digitaler Anwendungen und Instrumente. "Damit wäre Deutschland ein Vorreiterland im Zeitalter der digitalen Gesundheit. Die Ankündigung eines solchen Vergütungssystems könnte den Fortschritt im Gesundheitsbereich in Deutschland stimulieren und befördern", so der BVMed.

Für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung sei zudem die ganzheitliche digitale Abbildung der Versorgungsprozesse erforderlich. Nur wenn hierbei alle Akteure integriert sind, ergebe sich ein Mehrwert. Dies setze den zügigen Aufbau des elektronischen Gesundheitsberuferegisters und die Ausgabe der Heilberufeausweise an die nicht-approbierten Heilberufe, also auch an Homecare-Unternehmen, Sanitätshäuser und die Pflege, voraus. Dies schaffe zudem die Grundlage für die Stärkung der Vernetzung der beteiligten Akteure und damit der sektorenübergreifenden Versorgung.

Ein weiteres wichtiges Thema ist aus BVMed-Sicht der Datenschutz. Um Gesundheitsdaten versorgungs- und forschungsorientiert nutzbar zu machen, seien Regelungen zur sicheren Erhebung und Verwendung dieser Daten notwendig. "Wir plädieren für die Einrichtung eines akteursübergreifenden Gremiums, das die Anforderungen hieran definiert", so der BVMed.