08. Mai 2018

Ludwig Vorholt verabschiedet

Ludwig Vorholt wurde die Silbermedaille der Handwerkskammer Düsseldorf überreicht. (Foto: C.Maurer Fachmedien)

„Heute verlässt ein ganz großer unseres Handwerks die Bühne. Ich bin stolz dass ich die letzten Jahre seines Weges gemeinsam mit ihm gehen durfte“. Das sagte Philipp Radtke, der im Herbst 2017 Ludwig Vorholt als Landesinnungsmeister für Nordrhein-Westfalen nachfolgte. Offiziell verabschiedet worden war Vorholt bereits auf der Innungsversammlung im vergangenen November. Doch das, so die einhellige Meinung des Vorstandes und der Geschäftsführung der Landesinnung, sei nicht der angemessene Rahmen, um sich für die Lebensleistung Ludwig Vorholts zu bedanken.

So lud man am 27. April ins Weltkulturerbe Zeche Zollverein nach Essen ein, ins „Revier“ von Ludwig Vorholt, kaum einen Steinwurf von seiner Heimatstadt Gelsenkirchen entfernt. Hoch über der ehemaligen Kohlenwäsche bot der Erich-Brost-Pavillion nicht nur den Rahmen für entspanntes Feiern, sondern auch einen gute Sicht auf das, was einst das Herz der Industrie in Deutschland war.

Vorholts Geschichte in der Innungsarbeit ist lang. Schon sein Vater gehörte 1969 zu den Gründungsmitgliedern der Innung Emscher-Lippe und gründete 1970 als Delegierter den Bundesinnungsverband mit. Ludwig Vorholts stieg 1990 aktiv in die Innungsarbeit ein und engagierte sich dafür, die kleineren Innungen Nordrhein-Westfalen zu einem leistungsfähigen Verbund zu formen. Der erste Schritt dazu gelang auf seinen Antrag hin 1993 mit der Gründung des Landesinnungsverbandes Nordrhein-Westfalen. 1994 wurde er Obermeister der Innung Gelsenkirchen und 1998 stellvertretender Obermeister für NRW bevor er 2003 den Staffelstab von Friedhelm Witzel als Obermeister übernahm. In dieser Eigenschaft nahm er eine weitere Fusion in Angriff,  nämlich zu Zusammenführung von neun Einzelinnung zu einer gemeinsamen Landesinnung mit einer leistungsfähigen, mitgliederorientierten Geschäftsstelle.

„Wichtig sind die Leute, mit denen man zusammenarbeitet“, meinte Vorholt rückblickend auf seine Jahrzehnte währende Innungsarbeit. Er habe das Glück gehabt, in seinem Umfeld immer Menschen zu haben, die etwas bewegen wollten und mit denen man gut arbeiten konnte. Er sei ein Westfale im besten Sinne, attestierte ihm Geschäftsführerin Irene Zamponi, mit der Vorholt seit der Gründung der Landesinnung 2006 zusammenarbeitet: „Er hat das, was er versprochen hat, immer gehalten“. Er habe immer seine Ziele klar formuliert und beharrlich verfolgt.

Philipp Radtke (Foto: C.Maurer Fachmedien)

„Lob, Dank, Anerkennung“, das seien die üblichen Bestandteile der Reden zu solchen Anlässen, erklärte Philipp Radtke. Doch das sei für Ludwig Vorholt zu wenig. Radkte nutzte eine Analogie zu Vorholts Herzenclub Schalke 04, um die Bedeutung seiner Leistung zu beschreiben. Als Rudi Assauer vor vielen Jahren erklärt habe, dass er den Schalkern eine überdachte Fußballarena mit ausfahrbahrem Rasen bauen werde, hätten ihn viele für verrückt gehalten. Aber es sei wahr geworden. Ähnlich sei es Ludwig Vorholt wohl ergangen, als er die Idee verfolgte, neun Innungen unter einen Hut zu bekommen. Und es sei ihm dennoch gelungen.

Zum Abschluss des Abends gab es noch eine offizielle Ehrung: In Anerkennung seiner langjährigen Tätigkeit als Obermeister und seine Verdienste um den beruflichen Nachwuchs erhielt Ludwig Vorholt die Silbermedaille der Handwerkskammer Düsseldorf.

© be/orthopädieschuhtechnik