15. Mai 2018

Maßschuhmacher: Neue Ausbildungsverordnung ab dem 1. August

Bei der Frühjahrs-Mitgliederversammlung des Zentralverbandes des Deutschen Schuhmacher-Handwerks (ZDS) ging es unter anderem um die neue Ausbildungsverordnung, die am 1. August 2018 in Kraft tritt. Der dreijährige Ausbildungsberuf aus dem Jahr 2004 wurde überarbeitet. Durch die neue Berufsbezeichnung „Maßschuhmacher/ -in“ soll die individuelle und handwerkliche Fertigung hervorgehoben werden. Zudem wurden Erhöhungen bei den Stundenlöhnen festgelegt.

Die Frühjahrs-Mitgliederversammlung des Zentralverbandes des Deutschen Schuhmacher-Handwerks (ZDS) fand am Samstag, 5. Mai 2018, im hessischen Fulda statt. Die dortige Kreishandwerkerschaft stellte für diese turnusgemäße Zusammenkunft der Schuhmacher-Delegierten – wie auch schon in den vergangenen Jahren – ihre zentral gelegenen Räumlichkeiten zur Verfügung.

Präsident Arno Carius und Uwe Kriese als Sachverständige sowie Geschäftsführer Peter Schulz berichteten über das Verfahren der Ausbildungsverordnung zum Maßschuhmacher. Der dreijährige Ausbildungsberuf aus dem Jahr 2004 wurde aufgrund technischer, struktureller und organisatorischer Veränderungen und Entwicklungen in den Schuhmacherbetrieben überarbeitet. Die neue Verordnung tritt am 1. August 2018 in Kraft. Wichtige Inhalte zur Modellgestaltung, Qualitätssicherung, Nachhaltigkeit und Kundenorientierung werden verstärkt bzw. neu aufgenommen. In einem Vorprojekt wurde außerdem geprüft, ob und wie auch das Herstellen von Schäften in die Ausbildung integriert werden kann. Den Schäftemachereien, die zum Schuhmacherhandwerk gehören, wird zukünftig ermöglicht, ebenfalls nach der modernen und zeitgemäßen Verordnung auszubilden.

Durch die neue Berufsbezeichnung „Maßschuhmacher/ -in“ werden die individuelle und handwerkliche Fertigung und damit der Unterschied zur industriellen Serienfertigung klar hervorgehoben. In den ersten beiden Jahren steht das Reparieren und Ändern von Maß- und Konfektionsschuhen im Vordergrund, bevor sich die Auszubildenden im dritten Jahr der Ausbildung in den Fachrichtungen „Maßschuhe“ und „Schaftbau“ spezialisieren.

Die Nachhaltigkeit nimmt in diesem Berufsbild einen hohen Stellenwert ein. Deshalb wird eine eigene Berufsbildposition zur Nachhaltigkeit verankert. Es wird dadurch deutlich gemacht, wie wichtig nachhaltiges Arbeiten und der langlebige Einsatz von Materialien im Schuhmacher-Handwerk sind. Dies unterscheidet das Handwerk von anderen Berufen und wird so wirksam herausgestellt. Damit findet Nachhaltigkeit erstmals Einzug in eine Ausbildungsverordnung.

Nach diesem sehr ausführlichen Themenblock standen neue Empfehlungen für Lohntarife und Ausbildungsvergütungen auf der Tagesordnung. Man legte Erhöhungen bei den Stundenlöhnen fest. Hinsichtlich der Ausbildungsvergütungen wurde beschlossen, diese nicht nur zu erhöhen, sondern erstmals auch in Ost und West anzugleichen. Das Inkrafttreten wurde zum 1. August 2018 terminiert, parallel zum Start der neuen Ausbildungsverordnung.

Gleich zu Beginn der Versammlung waren die üblichen Regularien wie Jahresrechnung des Vorjahres, Bericht der Rechnungsprüfer, Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung sowie Entwurf und Beschluss des Haushaltplanes für das laufende Jahr bahnadelt worden. Alle Abstimmungen in diesem Zusammenhang ergaben ein positives, einstimmiges Votum.

Im weiteren Verlauf der Mitgliederversammlung wurde über die Inter-Schuh-Service ISS 2019 informiert, die am 23./ 24. März 2019 im neuen RheinMain CongressCenter RMCC in Wiesbaden stattfindet. Als Termin der diesjährigen Herbsttagung legte man das Wochenende vom 2. bis 4. November 2018 fest. Die Delegierten des Zentralverbandes treffen dann auf Einladung der Schuhmacherinnung Hellweg-Lippe in Soest/ NRW zusammen.