17. August 2018

Petition zur Aufnahme sensomotorischer Einlagen ins Hilfsmittelverzeichnis

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Seit der Neufassung der PG 08 (Einlagen) im Hilfsmittelverzeichnis, die am 1. April 2017 in Kraft trat, lehnen immer mehr Krankenkassen die Kostenübernahme für sensomotorische Einlagen ab. Der Vater einer 8-jährigen Patientin hat auf www.openpetition.de eine Petition eingereicht. In ihr sammelt er Unterschriften für die Forderung, sensomotorische Einlagen in das Hilfsmittelverzeichnis aufzunehmen.

Seit dem zweiten Lebensjahr hatte das Mädchen sensomotorische Einlagen bekommen, die bis 2017 ohne Beanstandung von der Krankenkasse erstattet wurden. 2017 lehnte die Krankenkasse die Kostenerstattung erstmals ab. Der Vater legte Widerspruch bei der Krankenkasse ein. Nachdem der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) daraufhin in einem Gutachten die Notwendigkeit der sensomotorischen Einlagenversorgung feststellte, wurden die Einlagen von der Krankenkasse genehmigt.

Trotz des MDK-Gutachtens von 2017 kam es bei der Folgeversorgung im Jahr 2018 wieder zu einer Ablehnung der Kostenübernahme durch die Krankenkasse. Nochmals musste der Vater des Kindes Widerspruch einlegen. Dieser führte wieder zu einer Genehmigung der Versorgung.

Da es seit April 2017 verstärkt zu Ablehnungen sensomotorischer Einlagenversorgungen durch die Krankenkassen komme und der Weg, Krankenkassen zur Kostenübernahme zu bewegen, für Patienten deutlich schwieriger geworden sei, sammelt der Vater in der Petition Unterschriften für die Aufnahme sensomotorischer Einlagen in das Hilfsmittelverzeichnis. Wenn 50.000 Unterschriften erreicht werden, konfrontiert openpetition.de Abgeordnete des Bundestags mit der Petition und fragt Stellungnahmen ab. Unabhängig von der Erreichung dieser Stimmenzahl kann die Petition in der Petitionsstelle des Bundestags eingereicht werden.

Die Unterschriftenaktion
Die Petition findet sich auf www.openpetition.de. Es können dort auch Kommentare zur Petition abgegeben und Listen ausgedruckt werden, mit denen Unterschriften gesammelt werden können. Einige Orthopädieschuhmacher, aber auch Patienten und Angehörige, haben hier schon Kommentare zu sensomotorischen Einlagen abgegeben. Zur Petition gelangen Sie hier.


Hintergrund:
Seit dem 1. April 2017 heißt es im Hilfsmittelverzeichnis: „Sensomotorische bzw. propriozeptive Einlagen sind im Hilfsmittelverzeichnis nicht berücksichtigt, da die hierfür erforderlichen Nachweise zum medizinischen Nutzen derartiger Produkte nicht vorliegen und darüber hinaus bei keiner Indikation die Behandlung mit sensomotorischen bzw. propriozeptiven Einlagen als dem allgemeinen Stand der medizinischen Erkenntnisse entsprechend angesehen werden kann.“

Diese Entscheidung ist unter Fußexperten umstritten. Für viele Ärzte und Orthopädieschuhmacher sind sensomotorische Einlagen wichtige Elemente ihres Therapiespektrums; es gebe durchaus Studien, welche die Wirkung dieser Einlagen belegen. Eine Auswertung vorhandener Studien zu sensomotorischen Einlagen hatte der Beratungsausschuss der DGOOC für das Orthopädieschuhmacherhandwerk 2016 veröffentlicht. Seitdem sind weitere Studien zu sensomotorischen Einlagen hinzugekommen.