06. September 2018

Erstes Halbjahr 2018: Schwächelnde Umsätze im Schuheinzelhandel

Während die deutsche Schuhindustrie ihre Umsätze im ersten Halbjahr 2018 steigern konnte, hat der Schuheinzelhandel mit einem Umsatzrückgang zu kämpfen.

Der Wachstumskurs der deutschen Schuhindustrie hat sich im ersten Halbjahr 2018 fortgesetzt: Sie konnte ihre Umsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,2 Prozent von 1,5 auf 1,55 Milliarden Euro steigern. Diese Zahlen gab Manfred Junkert, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Schuh- und Lederwarenindustrie HDS/L bei einer Pressekonferenz im Rahmen der Gallery Shoes bekannt.

Besonders kleine Schuhgeschäfte hatten es schwer
Im Schuheinzelhandel lief es im ersten Halbjahr 2018 dagegen deutlich weniger gut: Insgesamt musste der stationäre Schuhfachhandel einen Umsatzrückgang von durchschnittlich etwa 1,5 Prozent hinnehmen, so Prof. Siegfried Jacobs, Geschäftsführer des Bundesverbandes des Deutschen Schuheinzelhandels (BDSE). Besonders kleine Schuhgeschäfte ohne Online-Handel hatten es schwer: Sie mussten im Durchschnitt ein Umsatzminus von vier Prozent verkraften, so Jacobs.

Frühjahrsgeschäft ist witterungsbedingt weitgehend ausgefallen
Zum 31. Juli hätten sechs Monate mit einem Umsatzminus abgeschlossen, lediglich der April habe ein Plus gebracht. Das Frühjahrsgeschäft sei witterungsbedingt in diesem Jahr weitgehend ausgefallen: Übergangsware war deshalb ein Ladenhüter. „Offene Ware hat sich ausgesprochen gut verkauft“, meinte Jacobs. Insgesamt schätzt der BDSE den Online-Anteil am Marktvolumen mit Schuhen aktuell auf rund 20 Prozent: „Das heißt, der stationäre Handel verkauft nur noch 80 Prozent, mit leicht abnehmender Frequenz“, so Jacobs. Um die Kundenfrequenz anzukurbeln, hält er neben gutem Verkaufspersonal, einer ansprechenden Ladengestaltung und attraktivem Einkaufsambiente, auch die stationäre Warenverfügbarkeit für sehr wichtig.