09. Oktober 2018

Hyperbare Sauerstofftherapie bei diabetischem Fußsyndrom im EBM

Die ambulante Behandlung von Patienten mit diabetischem Fußsyndrom mit der hyperbaren Sauerstofftherapie (HBO) ist zum 1. Oktober als neue Leistung in den EBM aufgenommen worden. Einen entsprechenden Beschluss hatte der Bewertungsausschuss gefasst.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte im vergangenen Jahr beschlossen, dass diese Behandlungsmethode auch in der vertragsärztlichen Versorgung angewendet werden darf. Die hyperbare Sauerstofftherapie bei diabetischem Fußsyndrom wurde nun als neuer Abschnitt 30.2.2 in den EBM aufgenommen. Die ärztlichen Aufwände werden durch fünf neue Gebührenordnungspositionen (GOP) abgebildet. 

Für die Anwendung der Sauerstofftherapie und deren Abrechnung müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. So müssen unter anderem die Standardtherapien erfolglos geblieben sein.

Die Überweisung an ein Druckkammerzentrum dürfen nur besonders qualifizierte Fachärzte ausstellen. Berechtigt sind Fachärzte für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie (in dieser Kombination) sowie Fachärzte im Gebiet Innere Medizin oder für Allgemeinmedizin jeweils mit der Anerkennung „Diabetologie“ oder „Diabetologe Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)“.

Eine multidisziplinäre Fallkonferenz muss stattgefunden haben und deren Ergebnis bei der Indikationsüberprüfung vor Überweisung berücksichtigt werden.

Die Feststellung der Druckkammertauglichkeit und die hyperbare Sauerstofftherapie selbst können nur Fachärzte im Gebiet Innere Medizin, für Allgemeinmedizin, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Anästhesiologie, Orthopädie und Unfallchirurgie sowie im Gebiet Chirurgie mit einem „Druckkammerarzt“-Diplom der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin e.V. oder mit gleichwertiger Qualifikation berechnen.

Die Leistungen werden zunächst für zwei Jahre extrabudgetär vergütet. Dann wird der Bewertungsausschuss überprüfen, ob eine weitere extrabudgetäre Vergütung gerechtfertigt ist.