14. November 2018

Weltdiabetestag 2018: Wissenswertes aus der Diabetesforschung

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Foto: Pavlo Varkhrushev/fotolia

In Deutschland sterben mehr Menschen an Diabetes und seinen Folgen als erwartet. Schlanksein bedeutet nicht automatisch Schutz vor Diabetes. Mit einem einfachen Test kann man sein Diabetes-Risiko bestimmen. Diese und weitere Informationen aus der Diabetesforschung hat das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) anlässlich des heutigen Weltdiabetestages zusammengestellt.

1: An Diabetes und seinen Folgen sterben mehr Menschen als bisher erwartet. Dies hat eine Untersuchung von Forscher und Forscherinnen des DZD in Düsseldorf gezeigt. Etwa 175.000 Todesfälle pro Jahr sind mit der Stoffwechselerkrankung assoziiert. Damit ist die Lebenserwartung für Menschen mit Diabetes um zirka. fünf bis sechs Jahre geringer als bei gleichaltrigen Menschen ohne Diabetes. [1]

2: Aufgrund einer Fehlfunktion bei der Fettspeicherung hat fast jeder fünfte Schlanke hat ein erhöhtes Risiko an Diabetes sowie Herzkreislauferkrankungen zu erkranken. Das zeigen Untersuchungen von Tübinger Forscherinnen und Forschern des DZD und des Helmholtz Zentrums München. [2]

3: Jeden zehnten Euro geben gesetzliche Krankenkassen für die Behandlung von Typ-2-Diabetes aus. Das entspricht einer Gesamtsumme von 16,1 Milliarden Euro pro Jahr. [3]

4: Mit dem vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) und DZD entwickelten Risiko-Test können Erwachsene ihr persönliches Risiko ermitteln, innerhalb der kommenden fünf Jahre an einem Typ-2-Diabetes (Altersdiabetes) zu erkranken. Der Online-Test zeigt darüber hinaus auch individuelle Möglichkeiten, das Risiko zu senken. (https://drs.dife.de/)

5: Nicht nur der Lebensstil, sondern auch die Gene spielen eine Rolle bei der Entstehung Diabetes. Forscher und Forscherinnen des Helmholtz Zentrums München sowie des DZD haben vor kurzem ein Netzwerk aus Genen identifiziert, die an der Entstehung von Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes beteiligt sind. [4]

6: Typ-1-Diabetes tritt vor allem dann auf, wenn bestimmte Risiko-Gene vorliegen. Betroffene haben ein 25-fach erhöhtes Krankheitsrisiko. Bei dieser Autoimmunerkrankung greift das körpereigene Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen (Betazellen) in der Bauchspeicheldrüse an und zerstört sie. In einer in diesem Jahr gestarteten Studie untersuchen Forscherinnen und Forscher, ob sich die Autoimmunerkrankung durch eine Art Desensibilisierung vermeiden lässt. Neugeborene mit einem erhöhten Risiko für Typ-1-Diabetes erhalten über die Nahrung eine Gabe Insulin. So soll das Immunsystem trainiert werden. Die POInT (Primary Oral Insulin Trial) Studie ist Placebo-kontrolliert. [5]

Literatur 

1. Jacobs E et al. Burden of Mortality Attributable to Diagnosed Diabetes: A Nationwide Analysis Based on Claims Data from 65 Million People in Germany, Diabetes Care, 18. Oktober 2017, dc170954. https://doi.org/10.2337/dc17-0954

2. Stefan et al., Causes, Characteristics, and Consequences of Metabolically Unhealthy Normal Weight in Humans, Cell Metabolism (2017), http://dx.doi.org/10.1016/j.cmet.2017.07.008

3. E. Jacobs, A. Hoyer, R. Brinks, A. Icks, O. Kuß and W. Rathmann, Healthcare costs of Type 2 diabetes in Germany, DIABETIC Medicine 2017, 9. März 2017. onlinelibrary.wiley.com/journal/10.1111/(ISSN)1464-5491

4. Rozman, J. et al. (2018): Identification of genetic elements in metabolism by high-throughput mouse phenotyping. Nature Communications, DOI: 10.1038/s41467-017-01995-2

5. www.gppad.org/de/point-studie/