21. November 2018

Bauerfeind-Branchenforum: Was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert

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ZVOS-Vorstandsmitglied Achim Oberle (Mitte) beim Bauerfeind-Branchenforum. (Foto:Bauerfeind)

Über 300 Sanitätsfachhändler und Orthopädie(schuh)techniker trafen sich beim 13. Bauerfeind-Branchenforum am 7. November im Hotel Vienna House Andel’s in Berlin. Sie diskutierten, wie sich die Digitalisierung auf die Gesellschaft, die Medizin und auf das eigene Fachgeschäft auswirkt. Dass die Digitalisierung auch die Orthopädiebranche umwälzen wird, stand dabei außer Frage. Es zeigte sich aber auch, dass viele aus der Branche diese Herausforderung bereits aktiv annehmen.

Was macht die Digitalisierung eigentlich mit unserem Leben, fragte Digitalexperte Karl-Heinz Land gleich zu Beginn. Die Antwort gab er kurz darauf: „Durch die Digitalisierung ändert sich nichts – außer Alles“. Die Online- und die Offline- oder auch analoge Welt, werden sich künftig nicht mehr voneinander trennen lassen, zeigte sich Land überzeugt, denn beide seien untrennbar miteinander vernetzt.

Alles was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert. Alles was vernetzt werden kann, wird vernetzt. Und alles was automatisiert werden kann, wird automatisiert. Diese drei Punkte sind nach Überzeugung von Land die Treiber der digitalen Entwicklung, die nicht nur die Herstellung von Produkten, sondern auch die Beziehungen zwischen Herstellern, Händlern und Kunden grundlegend verändern wird. Angesichts der vielen neuen digitalen Geschäftsmodelle müssten sich die klassischen Marktteilnehmer neu orientieren, damit sie in der digitalen Welt den Zugang zum Kunden nicht verlieren.

Technische Orthopädie wird digital
Wie steht es um die Digitalisierung in der Orthopädiebranche? Beispiele für digitale Lösungen wurden in der von Moderator Henning Quanz geleiteten Podiumsdiskussion präsentiert, in der vier junge Vertreter der Branche über Projekte aus Ihrem Betrieb berichteten, wie zum Beispiel Trainingsübungen für Kunden, Softwarelösungen, die mehr Zeit für den Patienten schaffen, Kundenkommunikation über Soziale Medien oder Produktenwicklungen für computergesteuerte Hilfsmittel.

Einen Innovationsblock zu digitalen Techniken innerhalb der Ausbildung kann sich Achim Oberle, Vorstandsmitglied des Zentralverbandes Orthopädieschuhtechnik gut vorstellen. Oberle, selbst aktiv in der Weiterentwicklung digitaler Techniken, erklärte in einer Podiumsdiskussion, er fände es sinnvoll, wenn der Nachwuchs schon in der Ausbildung mit jenen Technologien in Berührung kommt, die das spätere Berufsleben prägen werden.

Auch die Krankenkassen müssen sich auf die veränderten Bedürfnisse der Versicherten hinsichtlich der Kommunikation und Beratung einstellen. Im Mittelpunkt stehe bei ihnen unter anderem die Vernetzung der Versorgungstrukturen erklärte Nico Schwartze, verantwortlich für das Digitale Innovationsmanagement bei der AOK Nordost. Die Kasse dürfe zwar die Patientendaten nicht sehen, aber sie müsse dafür sorgen, dass alle Daten, die für die Versorgung wichtig sind, zirkulieren, so dass alle Behandler informierte Entscheidungen treffen können.

Die Digitalisierung müsse grundsätzlich Vorteile generieren, forderte Sebastian Kuhn. Das sei zum Beispiel der Fall, wenn sinnlose Dreifach-Behandlungen verhindert und damit Kosten reduziert werden können.

Ein ausführlicher Bericht folgt in der Orthopädieschuhtechnik 12/2018.