07. Dezember 2018

Richtigstellung verfälschter Zahlen: 6 Todesfälle mit Implantaten

Foto: peterschreiber.media/AdobeStock

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Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, hat im Zusammenhang mit den #ImplantFiles-Berichten den verfälschenden Umgang mit der Anzahl der Vorkommnismeldungen zu Medizinprodukten kritisiert. Die genannte Zahl von 14.000 Vorkommnismeldungen im Jahr 2017 sei in manchen deutschen Medien unreflektiert zu "14.000 Tote und Verletzte" umgewandelt worden, obwohl es sich größtenteils um nicht-produktbezogene Ursachen handele und in Deutschland auch sogenannte Beinahe-Vorkommnisse gemeldet würden. Dabei gehe aus den aktuellen BfArM-Zahlen 2017 hervor, dass es in Wahrheit 6 Meldungen von Todesfällen aufgrund von Medizinprodukten gegeben habe, so der BVMed.

Von den in den letzten zehn Jahren erfassten 89.000 Risikomeldungen seien knapp 60.000 als Vorkommnisse beziehungsweise Beinahe-Vorkommnisse bewertet worden. Hierbei seien 41 Prozent nicht-produktbezogene Fehler, 22 Prozent nicht feststellbar, 17 Prozent Design-Mängel, 15 Prozent Produktionsfehler und 5 Prozent sonstige Fehler, wie beschädigte Verpackungen oder fehlende Gebrauchsanweisungen. „Daraus Tote und Verletzte zu machen, ist in höchstem Maße unseriös und verfälschend“, so der BVMed.

Richtig sei, dass die Zahl der Vorkommnismeldungen zu Medizinprodukten in den letzten Jahren gestiegen ist. Das liege unter anderem daran, dass das Gesundheitsministerium, das BfArM und die Branchenverbände wie der BVMed insbesondere bei Ärzten und Kliniken seit Jahren dafür geworben hätten, Vorkommnisse konsequenter zu melden, um aus dem wichtigen Beobachtungs- und Meldesystem zu lernen und die Patienten- und Anwendersicherheit zu verbessern.