18. Dezember 2018

Bundeswirtschaftsminister Altmaier startet Gründungsoffensive

Foto: BMWi/Andreas Mertens

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat gemeinsam mit den Verbänden BDA, BDI, DIHK und ZDH die neue Gründungsoffensive des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) gestartet. Damit möchte er mehr Menschen dazu ermutigen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

„Mit ihren Ideen, Produkten und Dienstleistungen tragen Gründerinnen und Gründer zu einer dynamischen, innovativen und international wettbewerbsfähigen Wirtschaft bei und sorgen für zukunftsfähige Arbeitsplätze. Start-ups, Unternehmensgründungen und Unternehmensnachfolgen im Dienstleistungsbereich, im Handwerk, in der gewerblichen Wirtschaft und in freien Berufen machen den Wirtschaftsstandort Deutschland stark und sind ein wichtiger Pfeiler unserer Sozialen Marktwirtschaft“, so Altmaier.

Nachdem die gewerblichen Existenzgründungen sieben Jahre in Folge zurück gegangen seien, komme die gemeinsame Gründungsoffensive zur richtigen Zeit, erklärte DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Er sehe die Chance für eine Trendwende: "Die Gründertage der Industrie- und Handelskammern verzeichnen wieder zweistellige Zuwachsraten. 150.000 Menschen lassen sich pro Jahr in den IHKs beraten, weil sie ein Unternehmen neu gründen oder übernehmen wollen. Dieses Interesse müssen wir nutzen, denn der Mut zur Gründung hat unser Land auch in der Vergangenheit stark gemacht. Wir brauchen jetzt auf allen Ebenen weniger Bürokratie, damit sich die neuen Unternehmer auf ihr Geschäft konzentrieren können. Außerdem darf die Unternehmensbesteuerung am Standort Deutschland keine Gründer abschrecken.“

„Das Gründen eines Betriebes gehört zur DNA des Handwerks. Gründungen im Handwerk sind auf Langlebigkeit angelegt: Wir gründen, um zu bleiben", betonte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer. Umso wichtiger sei die ausreichende Qualifizierung von Betriebsneugründern und -übernehmern. "Dafür müssen wir berufliche Aus- und Weiterbildung stärken wie auch den Meisterbrief, der die ideale Ausgangsposition für eine Selbstständigkeit ist", so Wollseifer. "Im Handwerk bieten sich mit rund 200.000 anstehenden Betriebsübergaben in den nächsten Jahren beste Chancen, sein eigener Chef zu werden. Auf dem Weg zum eigenen Betrieb sollten wir Gründern „Nachfolgelotsen“ an die Seite stellen, die den Start in die Selbstständigkeit unterstützen.“

BDI-Präsident Dieter Kempf sieht Potenzial im gezielten Kontakt von Start-ups mit etablierten Unternehmen. Von der Politik forderte er dazu auf, Steuern gezielt zu senken und mehr digitale Verwaltung und weniger Bürokratie zu schaffen. "Die Offensive des Bundeswirtschaftsministeriums sehe ich als erste Etappe auf dem Weg zu einer Mittelstandsstrategie der Bundesregierung.“

BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter betonte die Notwendigkeit, bei jungen Menschen bereits in der Schule, in der Ausbildung und an der Universität Begeisterung für Unternehmertum zu wecken. "Wenn wir mehr Start-ups wollen, brauchen wir ein gründungsfreundlicheres Klima: Dazu gehören zum Beispiel der Erhalt und der Ausbau einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur, vielfältige Förderinstrumente, der radikale Abbau von gesetzlicher Regelungswut und eine attraktive Standortpolitik. Hier ist noch reichlich Luft nach oben. Vom Land der Dichter und Denker zum Land der Gründerinnen und Gründer – dafür brauchen wir ein wertschätzendes Grundverständnis von Unternehmertum und Unternehmensgründungen in unserer Gesellschaft.“

Vorhaben der Gründungsoffensive
Zum Auftakt der Gründungsoffensive benennen BMWi und die Verbände in einer gemeinsamen Erklärung die für eine Stärkung der Gründungskultur in Deutschland wesentlichen Punkte. Des Weiteren finden im Jahr 2019 vier Regionalkonferenzen statt, die Gründern den direkten Austausch mit Bundesminister Altmaier und den Verbänden ermöglichen. Das BMWi wird im Rahmen der Gründungsoffensive erfolgreiche bestehende Maßnahmen fortsetzen und weiterentwickeln (wie z.B. das EXIST-Programm und die Gründerplattform) und Neuerungen einführen (wie z.B. den bundesweiten Aktionstag zur Unternehmensnachfolge und den Ausbau von Wagniskapitalfinanzierungen mit der neuen KfW-Tochtergesellschaft „KfW Capital“).

Die Aktivitäten und Maßnahmen des BMWi finden sich in zehn Handlungsfeldern zusammengefasst in der Publikation „10 Punkte für mehr Gründungen“.
Weitere Informationen zur Gründungsoffensive finden sich unter  www.existenzgruender.de/go.
Die gemeinsame Erklärung „Lebendiges Unternehmertum in Deutschland: Gründung und Nachfolge fördern“ können Sie hier abrufen.