12. Februar 2019

Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen fordert Abschaffung der Regresse

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Edler von Rabenstein/AdobeStock

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) begrüßt die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigte Lockerung der Kontrollen in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit ärztlicher Verordnungen im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG). Die KVN kritisiert allerdings, dass die Regresse weiterhin Bestand haben sollen.

„Wir fordern nach wie vor die generelle Abschaffung von Arznei- und Heilmittelregressen. Regresse sorgen weiterhin für Frust in der Praxis und sind ein wesentlicher Hinderungsgrund für die Niederlassung von jungen Ärztinnen und Ärzten“, sagte Mark Barjenbruch, Vorstandsvorsitzender der KVN, heute in Hannover. Spahn verspreche auf der einen Seite den Patienten noch mehr und schnellere Termine und auf der anderen Seite vergraule er den Ärztenachwuchs. „Dies ist zu kurz gesprungen“, so Barjenbruch.

Die nachrückende Ärztegeneration sei selbstbewusst und habe die freie Wahl, wo und wie sie arbeiten will. „Deshalb ist die Politik gut beraten, den Nachwuchs nicht mit immer neuen gesetzlichen Vorgaben und Eingriffen von einer Niederlassung abzuschrecken. Ohne Ärztinnen- und Ärztenachwuchs fährt unser Gesundheitssystem an die Wand“, sagte der KVN-Vorstandsvorsitzende.

Die Angst vor Regressforderungen bei angehende Ärztinnen und Ärzte steht ganz vorn bei der Entscheidung gegen eine Niederlassung als Kassenarzt. Dies ergab eine aktuelle Umfrage unter gut 13.000 Medizinstudierenden, die im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung von der Universität Trier durchgeführt wurde. Die befragten Studierenden gaben an, dass vor allem die Bürokratie in der Praxis (62,3 Prozent) sowie das hohe finanzielle Risiko (57,4 Prozent) sie von einer Niederlassung abhalten würden. Die Angst vor Regressforderungen ist nach wie vor ein wichtiger Faktor (46,7 Prozent), der gegen die Niederlassung spricht.

„Wenn die Diskrepanz zwischen dem Leistungsversprechen der Politik und den Bedürfnissen der zukünftigen Ärztegeneration zunimmt, dann liegt das Problem nicht bei den Ärztinnen und Ärzten, sondern bei der Politik“, warnte Barjenbruch.