22. Mai 2019

ZVOS: MDR möglichst einfach umsetzen

Die Mitgliederversammlung des ZVOS fand am 15. Mai in Berlin statt. (Foto: C. Maurer Fachmedien)

Anzeige

Bei der Mitgliederversammlung des Zentralverbandes Orthopädieschuhtechnik (ZVOS) am 15. Mai in Berlin informierte ZVOS-Präsident Stephan Jehring über geplante Angebote für die Mitglieder und zahlreiche Gespräche, die seit der Wahl im Januar stattfanden. Ein wichtiges Thema war die Umsetzung der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR).

Als Stephan Jehring im Januar zum neuen Präsidenten des Zentralverbandes Orthopädieschuhtechnik gewählt wurde, kündigte er an, dass er mit allen Beteiligten das Gespräch suchen werde, um eine breite und gemeinsame Berufsstandvertretung zu ermöglichen. Dies hat ihm in den letzten Monaten viele Reisen durch Deutschland beschert, wie er in seinem ersten Rechenschaftsbericht darlegte. Dabei ging es nicht nur um das gegenseitige Kennenlernen, sondern auch um die konkrete Zusammenarbeit bei anstehenden Herausforderungen. Unter anderem habe man bei einem Treffen mit den Innungen Bayern, Hessen und Niedersachsen Anfang Mai beraten, wie man sich bei Vertragsverhandlungen abstimmen kann, um nicht von den Krankenkassen gegeneinander ausgespielt zu werden. Ein erstes Treffen mit dem GKV-Spitzenverband gab es auch schon. Stephan Jehring zeigte sich zuversichtlich, dass in die Fortschreibung der Produktgruppen Einlagen und Schuhe Bewegung kommen wird.

Konzept der Umsetzung für Medizinprodukteverordung steht
Als wichtigste Ziele für das Jahr 2019 formulierte Jehring den Aufbau einer funktionierenden Geschäftsstelle, die Verbesserung des Auftritts des ZVOS nach außen, die Überarbeitung des ZVOS-Baumusters für Sicherheitsschuhe sowie die Umsetzung der Medizinprodukterichtlinie. Dem Ziel einer gut funktionierenden Geschäftsstelle kam man bei der Delegiertenversammlung ein gutes Stück näher: Mit Jessica Kuhn wählten die Delegierten die Kandidatin für das Amt der Hauptgeschäftsführerin, die der Vorstand aus 20 Bewerbern ausgewählt hatte.

Der Medizinprodukteverordnung räumt Stephan Jehring als europäische Verordnung, die man national umsetzen müsse, hohe Priorität ein. Wer das mit seinem Betrieb nicht bis Mai 2020 erledigt habe, werde vom Markt verschwinden, denn leider gebe es keine Ausnahmen für Sonderanfertiger. Er versprach, dass der ZVOS seinen Mitgliedern eine Lösung zur Umsetzung anbieten werde, die den Aufwand dafür auf ein Minimum begrenze. Für den Bereich orthopädische Schuhe hat Jehring, der seit vielen Jahren auch als Berater für Qualitätsmanagementsysteme im Handwerk tätig ist, bereits eine Umsetzung verfasst, die noch mit dem BIV-OT abgestimmt und dann beim Gesundheitsministerium (BMG) eingereicht wird. Damit, so Jehring, solle erreicht werden, dass das Modell der Orthopädieschuhtechnik beim anstehenden Gesetzgebungsverfahren zur Umsetzung der Verordnung berücksichtigt werde. Die Aussichten dafür seien gut, meinte Jehring, denn das BMG favorisiere eine bundeseinheitliche Lösung. „Und die können wir anbieten“, so Jehring.
Auch wenn der Verband weitgehende Vorarbeit leisten kann: Ein Qualitätsmanagement werden künftig alle Betriebe benötigen. Das muss aber nicht zertifiziert sein, betonte Jehring.
Die Umsetzungshilfe für die Medizinprodukteverordnung, die im Herbst für die Betriebe vorliegen soll, sieht Jehring auch als Beispiel, was ein nationaler Verband leisten kann und leisten muss. Ausgetretene Innungen, so sein Fazit der Treffen der ersten Monate, sähen durchaus die Notwendigkeit einer bundesweiten Vertretung.  

Weitere Themen der Mitgliederversammlung waren unter anderem die Zusammenarbeit mit der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß in der DDG, die Berufsbildung und Weiterentwicklung der Meisterausbildung sowie aktuelle Entwicklungen bei den Gesundheitshandwerken und deren politische Arbeit und Ziele. So setze man sich bei der Präqualifzierung dafür ein, dass die Zahl der von der Deutschen Akkreditierungsstelle vorgesehene Betriebsbegehungen während des Präqualifizierungszeitraums zu reduzieren, weil sie eine unnötige Belastung für die Betriebe darstellen.

Mehr zur Mitgliederversammlung des ZVOS lesen Sie in der Ausgabe 6/2019 der "Orthopädieschuhtechnik".