28. Mai 2019

HDS/L-Symposium: Die Branche in Bewegung

Das HDS/L-Symposium „Die Branche in Bewegung“ zog mehr als 120 Teilnehmer nach Mindelheim. (Foto: HDS/L)

Am 23. Mai fand im Gabor Logistik Center das HDS/L-Symposium statt. Das Motto der 11. Ausgabe lautete: „Die Branche in Bewegung“. Mehr als 120 Gäste, darunter Entscheider aus Industrie, Handel, Messewesen und Medien, kamen nach Mindelheim.


„Der große Zuspruch zeigt, dass die Branche in dieser schnelllebigen Zeit sehr viel Informations- und Gesprächsstoff hat“, so HDS/L-Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert. „Wer in Zukunft Geld mit Mode machen will, muss neu denken und lange gültige Gewissheiten auf den Prüfstand stellen“, gab der HDS/L Vorsitzende Carl-August Seibel bei der Begrüßung der Teilnehmer zu bedenken. Das alte Motto „schneller, höher, weiter“ müsse kritisch hinterfragt werden. „Es ist an der Zeit sich neu aufzustellen, alte Denkmuster zu hinterfragen und mutiger zu werden. Jeder von uns muss dazu beitragen, wertvoller, nachhaltiger, fair und wirtschaftlich zu arbeiten.“

Das HDS/L-Symposium lieferte viele Impulse und machte deutlich, wo es Gesprächsbedarf gibt. Carolin Schulze Palstring, Leiterin der Kapitalmarktanalyse bei Metzler Private Banking in Frankfurt, zeigte mit ihrem Vortrag zum Thema „Finanzkrise 2.0? – Warten auf Godot“ die Faktoren auf, die das Wirtschaftswachstum über kurz oder lang zu beeinträchtigen drohen. Gründe, sich zu sorgen, gebe es zuhauf: Der von den USA initiierte Handelskonflikt, eine restriktivere Notenbankpolitik und der Brexit sind nur einige Beispiele, die das Wirtschaftswachstum über kurz oder lang zu beeinträchtigen drohen. Dennoch entwickelt sich der EU-Binnenmarkt ihrer Einschätzung nach weiterhin stark. Auch die Arbeitslosigkeit in den Ländern der Eurozone sei gering. 2019 könnte also „trotz aller Unwägbarkeiten“ ein durchaus gutes Aktienjahr werden, so die Analystin.

Die nach wie vor wachsende Bedeutung des Online-Handels stand im Fokus des Vortrags von Dr. Kai Hudetz vom Institut für Handelsforschung in Köln. Er warf einen Blick hinter die Kulissen der wichtigsten Online-Player und zeigte auf, vor welche Herausforderungen die Branche jetzt und in Zukunft gestellt wird. 2018 erreichte der Umsatz im Online-Handel 63,2 Mrd. Euro, Tendenz steigend“, so der Experte. Das Wachstum entfalle aber inzwischen fast ausschließlich auf die großen Plattformen: eBay, Otto, Zalando und allen voran natürlich Amazon. Als Dienstleister sei der „Big Player“ Amazon unter anderem auch für Mitbewerber tätig und habe Google mittlerweile als Suchmaschine abgelöst. Der Schuh- und Lederwarenbranche riet Dr. Kai Hudetz, sich mit eigenen Plattformen zu beschäftigen und vor allem die Social-Media-Kanäle aktiv zu nutzen.

Ob Logistik, Gesundheit oder „wearable textiles“ – Kooperationsmöglichkeiten und intelligente Lösungen für mehr Bewegung, Transparenz und Mobilität zeigten die StartUp-Unternehmen „VRaktion“ aus Leipzig sowie „Freighthub“ und „Betterguards“ aus Berlin auf. Anschließend erhielten die Teilnehmer bei der Besichtigung des Gabor Logistik Centers exklusive Einblicke in den „größten Schuhschrank Deutschlands“.