18. Juni 2019

GMK: Schulgeld abschaffen

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Die Ressortchefs der Länder wollen das Schulgeld für Gesundheitsberufe abschaffen. In einem einstimmigen Beschluss forderten sie auf der Gesundheitsministerkonferenz (GMK),
die Anfang Juni in Leipzig stattfand, das Bundesgesundheitsministerium auf, bis Ende des Jahres eine bundeseinheitliche Regelung vorzulegen, damit für eine Ausbildung zum Logopäden,
Physiotherapeuten, Ergotherapeuten oder Podologen künftig kein Schulgeld mehr bezahlt werden muss.

Die GMK forderte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) auf, „bis Ende des Jahres 2019 eine bundeseinheitliche Regelung zur Schulgeldfreiheit für alle nichtakademischen Gesundheitsfachberufe vorzulegen.“ Viele Länder hätten bereits die Schulgeldfreiheit in den Pflegeberufen umgesetzt, nun müssten die Ausbildungen in der Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie und Podologie folgen.
„Finanzielle Hürden, die den Zugang zu Ausbildungen in den Gesundheitsfachberufen erschweren, gehören abgeschafft“, erklärte die sächsische Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) auf einer Pressekonferenz im Anschluss an die diesjährige GMK in Leipzig. Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister in Nordrhein-Westfalen, sieht mit diesem Beschluss „eine große
Ungerechtigkeit beendet: Bei Ärzten und Apothekern bezahlt der Staat das Studium. In den Gesundheitsfachberufen müssen die Menschen ihre Ausbildung aus eigener Tasche bezahlen.“ Die Länder seien sich einig, dass es jetzt zu einer vollständigen, bundesweiten Schulgeldfreiheit kommen müsse.

Schulgeldfreiheit teilweise schon umgesetzt
Wer in Niedersachsen eine Ergotherapie-, Logopädie-, Physiotherapie- und Podologie-Ausbildung beginnt, muss künftig kein Schulgeld mehr bezahlen. Das Land Niedersachsen übernimmt ab dem 1. August für den Ausbildungsjahrgang 2019/2020 das Schulgeld im Bereich Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie und Podologie.
Am 18. September 2018 verkündete der bayerische Ministerpräsident Markus Söder für ganz Bayern die Schulgeldfreiheit für Heilberufe – vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel und Nachwuchsproblemen in diesen Berufen. Diese wurde dann auch im Koalitionsvertrag zwischen CSU und Freien Wählern vereinbart. Erst nach Protesten kommt es nun zu einer Umsetzung, von der angehende Physio- und Ergotherapeuten, Podologen und Logopäden profitieren.
Das Land Nordrhein-Westfalen übernimmt seit 1. September 2018 70 Prozent der Kosten der Ausbildung zum Podologen, Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten oder PTA!
In Schleswig-Holstein müssen angehende Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden sowie medizinische Bademeister und Masseure seit dem dem 1. Januar 2019 kein Schulgeld mehr für ihre Ausbildung bezahlen.
In Hamburg wurde das Schulgeld für angehende Ergotherapeuten, Logopäden und Physiotherapeuten zum 1. April 2019 abgeschafft. Allerdings müssen Podologen in der Hansestadt auf absehbare Zeit auch weiterhin selbst für ihre Ausbildung aufkommen.