05. September 2019

Jeder vierte Schüler findet Gesundheitsbranche interessant

Foto: Maridav/AdobeStock

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Wie informieren sich Schüler während der beruflichen Orientierung und welche Branchen wecken bei ihnen das meiste Interesse? Antworten hierauf liefert die dritte deutschlandweite Schülerbefragung der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank). 

Rund 500 Schüler gaben über ein Online Panel des Marktforschungsunternehmens respondi Auskunft zu ihren Interessen und ihrem Informationsverhalten bei der Berufsorientierung.

Viele Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt und die Hörsäle platzen aus den Nähten, entsprechend fallen die Ergebnisse der Umfrage aus: 45 Prozent der befragten Schüler können sich nach der Schulzeit eine Ausbildung vorstellen. Im Vergleich dazu würden 53 Prozent ein duales Studium und 61 Prozent ein Vollzeitstudium vorziehen.

An den Branchenvorlieben hat sich seit letztem Jahr kaum etwas geändert: Für den beruflichen Start findet der Nachwuchs die Medienbranche (40 Prozent) am interessantesten, gefolgt von der IT- und Telekommunikationsbranche (32 Prozent). Der Gesundheits- und Pflegemarkt rangiert mit 27 Prozent auf dem dritten Platz.

Facebook verliert weiterhin an Bedeutung
Bewegung gibt es offenbar bei der Nutzung der sozialen Netzwerke: Informationen über Arbeitgeber suchen Schüler vorrangig bei Instagram (49 Prozent) und YouTube (45 Prozent). Facebook verliert weiter an Bedeutung für Schüler: Während 2017 noch 40 Prozent der Befragten Karrierethemen bei Facebook recherchierten, sind es heute nur noch 19 Prozent.

Dieser Trend entspricht auch der allgemeinen Nutzung von sozialen Netzwerken: Während Instagram zunehmend genutzt wird (88 Prozent) und YouTube (94 Prozent) und WhatsApp (96 Prozent) beim Nachwuchs vorne liegen, greifen immer weniger User auf Facebook (27 Prozent) und Snapchat (68 Prozent) zurück. Neu hinzugekommen ist das Netzwerk TikTok (14 Prozent).

Google unverändert wichtige Recherchequelle, Printmedien bleiben relevant
Bei Online-Portalen ist für Schüler mit Abstand weiterhin die Suche über Google (58 Prozent) relevant, gefolgt von der Jobbörse der Agentur für Arbeit (29 Prozent). 20 Prozent der Befragten gaben an, gar keine Online-Portale zu nutzen.

Auch Printmedien spielen für Schüler in der digitalen Zeit eine wichtige Rolle, allen voran Broschüren von Unternehmen (48 Prozent). Dagegen sind Plakate (28 Prozent), TV-Werbung (23 Prozent) und auch Tageszeitungen (22 Prozent) weniger relevant.

Persönlicher Austausch
Neben den Möglichkeiten, sich im Netz oder in Medien zu informieren, nutzen viele Schüler auch den persönlichen Kontakt auf Veranstaltungen in der Schule (60 Prozent), bei Ausbildungsmessen (41 Prozent) oder bei der Berufsberatung in der Agentur für Arbeit (34 Prozent). Die Zahlen dazu sind allerdings generell rückläufig. Die wichtigsten Austauschpartner bei der Berufs- und Studienwahl bleiben Eltern, Familie, Freunde und Bekannte. Und: Für jeden zweiten Schüler sind Unternehmensvertreter relevante Austauschpartner.

Alexander Hohaus aus dem Personalmarketing der apoBank fasst die Ergebnisse zusammen: „Die Umfrage zeigt deutlich auf, dass es nicht das Medium oder den Kanal gibt, über den Schüler erreicht werden können. Unternehmen, die Nachwuchskräfte gewinnen wollen, sollten daher auf einen guten crossmedialen Mix setzen, der sich an den Nutzungsgewohnheiten und Bedürfnissen des Nachwuchses ausrichtet. Das ist auch deshalb so wichtig, weil der steigende Bedarf an qualifizierten Fachkräften dazu beiträgt, dass Unternehmen im Recruiting immer mehr im Wettbewerb stehen.“