15. Oktober 2019

Diabetes häufige Begleiterkrankung der rheumatoiden Arthritis

Foto: sebra/AdobeStock

Das Deutsche Netzwerk Versorgungsforschung (DNVF) e.V. hat den Wilfried-Lorenz-Versorgungsforschungspreis in diesem Jahr für eine Untersuchung zur Koinzidenz von Diabetes und rheumatoider Arthritis vergeben. Die 20-köpfige Jury wählte im Gutachterverfahren die Arbeit der Preisträgerin Dr. Katinka Albrecht aufgrund des versorgungsrelevanten Themas und der guten Einbindung in die vorhandene Evidenz aus.

Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sind Begleiterkrankungen häufig und erschweren die Wahl der therapeutischen Möglichkeiten. Wechselwirkungen zwischen metabolischen Stoffwechselerkrankungen und entzündlichen Gelenkerkrankungen beeinflussen den Krankheitsverlauf und erhöhen die Belastungen für Betroffene.

Versicherte mit rheumatoider Arthritis mit und ohne Diabetes mellitus wurden zu ihrer rheumatologischen Versorgung und Krankheitsbelastung befragt. 20 Prozent der 2.500 befragten Personen mit rheumatoider Arthritis hatten auch eine Diabetes-mellitus-Diagnose. Diabetes kam häufiger vor bei Männern, bei älteren Menschen, bei gleichzeitig bestehender Adipositas und bei Personen mit einem niedrigen Haushaltseinkommen. Von Diabetes und Arthritis Betroffene wurden seltener von Rheumatologen behandelt und seltener mit Antirheumatika versorgt als Personen mit Arthritis, die keine zusätzliche Diabetes-Diagnose hatten. Sie waren häufiger im Krankenhaus und hatten weitaus häufiger weitere kardiovaskuläre Begleiterkrankungen, Nierenerkrankungen sowie Depressionsdiagnosen.

Die Studie bestätigt, dass Diabetes eine häufige und relevante Begleiterkrankung der rheumatoiden Arthritis ist. Die Betroffenen haben eine hohe Wahrscheinlichkeit für weitere Begleiterkrankungen und benötigen eine gute fachärztliche Versorgung. Die Krankheitskontrolle der Arthritis mit spezifischer antirheumatischer Therapie ist bei Patienten mit gleichzeitig bestehendem Diabetes umso wichtiger, um weitere Folgeschäden zu vermeiden.