20. November 2019

Eurocom: Hilfsmittel bedeuten Lebensqualität

Was folgt aus der Allensbachbefragung für Politik, Sozialversicherung und Medizin? Dazu diskutierten v.l.n.r.: Oda Hagemeier, Geschäftsführerin eurocom; Gernot Kiefer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender GKV-Spitzenverband; Dr. Thomas Gebhart, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Gesundheit; Moderator Dr. Albrecht Kloepfer; Guildo Horn, Künstler und Diplompädagoge; Prof. Dr. Wolf Petersen, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Martin-Luther-Krankenhaus Berlin. (Foto: Eurocom)

Die Hilfsmittelstudie des Instituts für Demoskopie in Allensbach zeigte, dass orthopädische Hilfsmittele und medizinische Kompressionsstrümpfe nicht nur wirken, sondern von den Patienten auch sehr geschätzt werden. Am 6. November diskutierte die Eurocom, Auftraggeber der Studie, die Ergebnisse der Studie mit Politikern, Vertretern der Krankenkassen und der Ärzteschaft.

Medizinische Kompressionsstrümpfe, Schuheinlagen, Bandagen und Orthesen haben den Praxistest der Patienten bestanden. Das zeigte zu Beginn der Veranstaltung nochmals im komprimierter Form Michael Sommer vom Instiut für Demoskopie Allensbach. In seiner Zeusammenfassung betonte er unter anderem, dass Hilfsmittel und medizinische Kompressionsstrümpfe nicht nur Schmerzen lindern und dadurch die Lebensqualität verbessern, sondern auch Schmerzmittel und Operationen überflüssig machen können. (Der Bericht über die  Studienergebnisse erschien in der Ausgabe 10/2019).
Doch was folgt daraus für die Akteure im Gesundheitswesen? Das war Gegenstand der Diskussionsrunde, die die Eurocom in der Kalkscheune Berlin für Abgeordnete, Mitarbeiter aus den Ministerien, Vertreter der Krankenkassen und der Branchenverbände sowie für die eigenen Mitglieder veranstaltete.
Von politischer Seite betonte  Dr. Thomas Gebhart, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Gesundheit, die Bedeutung der Hilfsmittelversorgung: „Zwar ist die Digitalisierung im Gesundheitswesen derzeit ein politisches Großthema, aber auch Hilfsmittel spielen eine große Rolle." Aus Sicht von Prof. Dr. Wolf Petersen, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Martin-Luther-Krankenhaus Berlin, gewinnt die konservative Therapie an Bedeutung., denn „jede Strategie, die Operationen vermeiden kann, ist eine gute Strategie“.  Gernot Kiefer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, unterstrich, dass durch eine regelmäßige und anlassbedingte Fortschreibung der Produktgruppen das Hilfsmittelverzeichnis kontinuierlich weiterentwickelt wird.
Was aber, wenn die Spielregeln für die Antragstellung zur Aufnahme neuer Produkte ins Hilfsmittelverzeichnis unklar sind? Dieser Aspekt ist aufgrund der steuernden Funktion des Verzeichnisses von großer Bedeutung. Das betonte Eurocom-Geschäftsführerin Oda Hagemeier und schlug ein Beratungsgespräch zwischen dem Antragsteller und dem GKV-Spitzenverband vor der Antragstellung  vor. Dafür müsse gegebenenfalls ein gesetzlicher Rahmen geschaffen werden. Denn nur so schaffe man Transparenz und planbare Prozesse.  Mit Blick auf das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) wünscht sich Hagemeier, dass die Politik mit gleichem Engagement, wie sie aktuell die Innovationskraft der Digitalisierung fördert, auch die Hilfsmittel unterstützt.