08. Januar 2020

Neue Festbeträge für Einlagen und Kompressionstherapie

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Der GKV-Spitzenverband hat am 18. Dezember 2019 neue Festbeträge für Einlagen und Hilfsmittel zur Kompressionstherapie beschlossen. Diese treten am 1. April 2020 in Kraft, wobei für die Anwendung der neuen Festbeträge der Zeitpunkt der Leistungserbringung maßgeblich ist.

Bei den Festbeträgen handelt es sich um Nettobeträge. Sie sollen sämtliche Kosten umfassen, die im Zusammenhang mit der Abgabe der Produkte entstehen (Material- und Herstellungskosten, Maßabdruck/Formabdruck, Einweisung in die Handhabung der Produkte, ggf. notwendige Nacharbeiten, Gemeinkosten, Lohn der Mitarbeiter, Lohnnebenkosten, Gewinn, Versicherungen/Beiträge, Kundenempfang, Rezept-Dokumentation und Abrechnung, Beratung, Maßnahmen, Größenauswahl, Anprobe und Abgabe des Hilfsmittels und Aushändigung der Gebrauchsanweisung).

Zu den geänderten Festbeträgen hat sich der Industrieverband Eurocom zu Wort gemeldet. „Wir begrüßen es, dass der GKV-Spitzenverband die Festbeträge an die veränderte Marktlage anpasst, geben aber zu bedenken, dass die vorgenommenen Anhebungen die realen Kostensteigerungen in den Betrieben nicht abdecken“, erklärt Eurocom-Geschäftsführerin Oda Hagemeier. Insbesondere mit der 2017 in Kraft getretenen EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) seien für die Industrie und die Leistungserbringer erhebliche zusätzliche Bürokratiekosten verbunden. Gemeinsam mit der Inflationsrate sorgten diese für Kostensteigerungen im zweistelligen Bereich.

Die Eurocom kritisiert zudem, dass der GKV-Spitzenverband mit einem deutlich verringerten Stundenverrechnungssatz der Sanitätsfachhändler kalkuliere. „Die Absenkung impliziert, dass weniger geschultes Fachpersonal für die Beratung der Patienten zur Verfügung steht. Das steht nicht nur im Widerspruch zur sonst geforderten Wirtschaftlichkeit, sondern auch zum Patientenwillen“, kommentiert Hagemeier.

Zu den neuen Festbeträgen für Einlagen

Zu den neuen Festbeträgen für Hilfsmittel zur Kompression