27. März 2020

GMS sieht Hausbanken als Engpass bei der Gewährung von KfW-Mitteln

Dr. Karsten Niehus und Thomas Schulte-Huermann (Foto: GMS)

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Im Maßnahmenkatlog der GMS an seine Mitglieder waren bereits am 13. März 2020 als wesentliche Instrumente zur Bewältigung der Corona-Krise Mietkürzungen, Steuerstundungen, Kurzarbeitergeld, Kostenreduktion und die Beantragung von KfW-Mitteln genannt worden. Nun weist die Schuhverbundgruppe auf Probleme bei den deutschen Banken bei der Umsetzung des Maßnahmenpakets hin. 

Nach weit über 1.000 Telefongesprächen mit ca. 500 besonders betroffenen Kunden in ganz Europa erklärt die GMS, in Deutschland stellen sich die Gewährung von KfW-Mitteln als der Engpass heraus. Während in den Niederlanden die Tilgungen ohne Anfrage für sechs Monate ausgesetzt worden seien, gebe es ernsthafte Probleme mit den deutschen Banken.

Viele Banken zögen sich mit fadenscheinigen Begründungen auch bei Kunden mit bester Bonität aus der Pflicht, so GMS. Man habe "noch keine genauen Information“, "der Antrag würde zu lange dauern“, „das machen wir nicht, das ist zu viel Arbeit“ und ähnliche Aussagen bekämen die Fachhändler derzeit zu hören. Stattdessen würden die Hausbanken Kontokorrentkredite zu 7% - 9% Zinsen oder eigene Betriebsmitteldarlehen zu schlechteren Konditionen anbieten, berichtet die Schuhverbundgruppe.

„So ein Vorgehen halten wir für zutiefst unsolidarisch. Viele Banken nutzen den Liquiditätsdruck im Handel, um Geschäfte zu machen. Es braucht im ersten Schritt keine neuen Bürgschaften, es braucht die schnelle Umsetzung der Regierungsbeschlüsse durch die Banken. Wir werden alles tun was notwendig ist, um unseren Händlern bei der Beantragung der Mittel zu helfen.“ so Dr. Karsten Niehus

„Ich selbst habe schon mit dem Vorstand einer Volksbank in Süddeutschland gesprochen und nach kürzester Zeit wurde dann der Kundin ein KfW-Angebot gemacht, nachdem ihr zuvor nur die Erhöhung der Kontokorrentlinie um 80.000 € für 9 % angeboten wurde“, beschreibt Schulte-Huermann seine Erfahrung. „Unsere Händler brauchen jetzt ganz konkrete Unterstützung bei der Ermittlung des mittelfristigen Finanzbedarfs und vor allem vor Ort bei den Gesprächen mit ihrer Hausbank.“

GMS hat dazu ein Schreiben an die jeweilige Hausbank des GMS Kunden erstellt, welches jeder Fachhändler seiner Bank vorlegen kann. Bei Unklarheiten oder Ablehnung wird danach ein Gespräch durch GMS mit der Hausbank selbst geführt.