06. April 2020

DGA warnt: „Angst vor Corona könnte zu mehr Amputationen führen“

Das öffentliche Leben steht still, viele Arztpraxen arbeiten unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen oder sind ganz geschlossen, in Kliniken gibt es Besuchsverbote. Die Bundesregierung rät, zu Hause zu bleiben und sich sozial zu isolieren. Viele Menschen halten sich daran. Dies kann für Patienten mit Gefäßerkrankungen, wie etwa der pAVK oder bei Diabetes, gefährlich werden und im schlimmsten Fall zu Amputationen führen. Deshalb sollten Patienten mit schweren Gefäßerkrankungen unbedingt ihre Termine wahrnehmen und ihren Arzt konsultieren, erklärt die Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA). Dies sei inzwischen zum Teil auch per Video- oder Telefonsprechstunde möglich.

Warum die Patienten gerade in Zeiten der Coronavirus-Infektion (Covid-19) viel zu spät ihren Arzt aufsuchen, liegt neben der Angst vor Ansteckung auch an der Annahme der Patienten, dass die Krankenhausbetten mit Covid-19-Patienten belegt seien und ihre Gefäßleiden vermeintlich warten könnten. Letzteres ist allerdings ein Trugschluss, denn je eher Patienten mit Schmerzen im Bein oder Fuß, Verfärbungen der Haut oder offenen Wunden an den Beinen zum Gefäßspezialisten gehen, „umso besser ist die Chance, dass ein Absterben der Gliedmaßen und somit eine Amputation verhindert werden kann“, so Michael Lichtenberg, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA). Er ruft vor allem Diabetiker und PAVK-Patienten dazu auf, rechtzeitig zu Fachärzten zu gehen und sich behandeln zu lassen – trotz der Corona-Pandemie. Gefäßpatienten werden auch weiterhin behandelt, in deutschen Gefäßkliniken werden die Betten nicht nur für Patienten mit Coronavirus-Infektionen vorgehalten. Zudem werden die Covid-19-Patienten oder Verdachtsfälle in gesonderten Klinikbereichen untergebracht und behandelt, sie kommen so nicht mit den anderen Patienten in Kontakt, versichert die DGA.