29. April 2020

APS: Oberstes Gebot ist Patientensicherheit - für alle Patienten in allen Versorgungsprozessen


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Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) hat das aktuell geplante Gesetz zur Pandemiebekämpfung zum Anlass genommen, um eine wesentliche Weiterentwicklung der derzeitigen Krisenbewältigung anzuregen. Ausgangspunkt sind Meldungen über schwerwiegende Versorgungslücken sowohl bei der Nachsorge von Corona-Patienten nach der Intensivbehandlung als auch von Menschen mit anderen Erkrankungsbildern.

Diese Lücken können im Interesse der Patientensicherheit keinesfalls über die zu erwartende Dauer der Corona-Krise hinweg toleriert werden, so das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS). Aller Voraussicht nach werde sich die Corona-Krise noch viele Monate fortsetzen und könne demnach nicht als kurzfristige Ausnahmesituation behandelt werden. Das APS regt mit seiner Stellungnahme an, schon jetzt Maßnahmen zu ergreifen, die das Gesundheitswesen bestmöglich auf die Bewältigung dieser lang andauernden Krise einstellen können („Coping-Strategie“). Wichtig sei dabei, das entstandene Missverhältnis aufzulösen: „Während wir auf der einen Seite Lücken bei der Versorgung von Notfällen, chronisch Kranken und in der Nachsorge der Covid-Patienten haben, gibt es andererseits vollkommen unausgelastete Kliniken und Einrichtungen, die sogar Kurzarbeit anmelden müssen“.

Dazu macht das APS in seiner Stellungnahme konkrete Vorschläge mit folgenden Kernpunkten:

  • Strukturierte Erhebung von Versorgungslücken durch eine zentrale Meldestelle, an die sich Patienten, Angehörige, Beschäftigte und Institutionen des Gesundheitswesens melden können,
  • Klares Vorgehen bei der Aufforderung zum Handeln an die lokalen Akteure und Nachhalten von Resultaten,
  • Einfordern von regionalen Kooperationen statt Konkurrenz innerhalb und zwischen den Versorgungssektoren,
  • Herstellung von öffentlicher Transparenz über die Versorgungsangebote, damit gezielt Corona-spezifische und andere Versorgungsangebote aufgesucht werden können,
  • Neuausrichtung bei der Aufklärung und Information der Bevölkerung,
  • Gezielter Einsatz von Digitalisierung und Qualitätsprüfungen, um vermeidbare Risiken abzuwenden.