18. Mai 2020

SABU Corona-Hilfe-Monitor: Hilfen fließen immer noch zu langsam.

Stephan Krug (Foto: SABU)

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Der "Corona-Hilfe-Monitor" der SABU Schuh & Marketing GmbH, der regelmäßig die Beantragung und Auszahlung von Corona-Fördermitteln bei den SABU-Mitgliedern abfragt, zeigt: Die von der Politik versprochenen finanziellen Hilfen kommen noch zu wenig im Schuhhandel an.

 

 

Abgefragt werden in dem „Corona-Hilfe-Monitor“ die Positionen Soforthilfe, KfW-Mittel, Kurzarbeit, Mietstundung, Zins- und Tilgungsstundung sowie Steuerstundung.

Die wichtigsten Ergebnisse in der Übersicht:

  • Soforthilfe: 88,5% beantragt,  80,4% davon genehmigt, 76,0% ausgezahlt.
  • KfW-Mittel 25,0% beantragt, 53,8% davon genehmigt, 46,1% ausgezahlt.
  • Kurzarbeit 75,0% beantragt, 82,0% davon genehmigt, 33,3% ausgezahlt.
  • Mietstundung 23,1% beantragt, 75,0% davon genehmigt.
  • Zins/Tilg-Stundung 19,2% beantragt, 80,0% davon genehmigt.
  • Steuer-Rückzahlung 11,5% beantragt, 76,0 % davon genehmigt, 56,0% ausgezahlt.

SABU-Geschäftsführer Stephan Krug kommentiert: „Mich haben zwei Erkenntnisse aus der ersten Befragungswelle unseres Corona-Hilfe-Monitors sehr nachdenklich gestimmt. Erstens: Rund 86,5% der Befragten sind Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern. Diese Zielgruppe macht den lebendigen Einzelhandel in Deutschland aus und gerade diesen Einzelhandelsunternehmen mit unter 10 Mitarbeitern stehen leider noch immer nicht die Mittel aus dem KfW-Schnellkredit 2020 zur Verfügung. Und zweitens: Der vierstufige Prozess „beantragen, bearbeiten, genehmigen, auszahlen“ ist einfach zu bürokratisch und zeitaufwendig. Er blockiert die schnelle Beseitigung der vom Staat verursachten Liquiditätsengpässe und verhindert bzw. erschwert offensichtlich die Beantragung selbst“.

Der SABU Corona-Hilfe-Monitor zeige, dass die klassischen KfW-Mittel derzeit nur von einem sehr geringen Anteil der mittelständischen Einzelhändler (25 %) in Anspruch genommen wurden. Auch die Ansatzpunkte „Miet-, Zins- und Tilgungsstundung“ werden von den mittelständischen Unternehmen kaum genutzt. Andererseits zeige der hohe Anteil der Unternehmen, die Kurzarbeit beantragt haben (75%), wie stark die Einzelhändler von den finanziellen Folgen der Corona-Krise betroffen sind.

„Wir erwarten keine schnelle Besserung. Die ersten Tage der Wiederöffnung der Geschäfte zeigen deutlich, wie verunsichert die Kunden sind. Einkaufen wird derzeit noch nicht mit Spaß, Freude, Erlebnis verbunden, sondern eingekauft wird nur was mehr oder minder zwingend gekauft werden muss“, so Stephan Krug. Seine Botschaft an die Politik: „Die Kreditfinanzierung von Verlusten ist keine nachhaltige Hilfe für den Einzelhandel. Wer einen überlebensfähigen Einzelhandel gestalten will, muss zumindest über eine Teilumwandlung von Krediten in „verlorene Zuschüsse“ nachdenken. Die Politik hat die Geschäftsschließungen verordnet und sollte daher auch für einen fairen Ausgleich hierfür aufkommen“.