21. Mai 2020

Ottobock überspringt erstmals Milliarden-Umsatzmarke

Foto: Ottobock

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Das international tätige Medizintechnikunternehmen Ottobock hat seinen Wachstumskurs im Geschäftsjahr 2019 fortgesetzt. Der Umsatz stieg nominal um acht Prozent auf 1.003 Millionen Euro (Vorjahr: 927 Millionen Euro) und übersprang erstmals die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro. Der bereinigte operative Gewinn vor Sondereffekten stieg auf 191 Millionen Euro (Vorjahr: 174 Millionen Euro).

Aus regionaler Sicht ist das Geschäft in Westeuropa um sechs Prozent gewachsen. Dort wird rund die Hälfte des Gesamtumsatzes von Ottobock erwirtschaftet. Das höchste Wachstum gab es im Asien-Pazifik-Raum (+8 Prozent) und Lateinamerika (+15 Prozent).

Im Segment O&P, dem das Prothetik- und Orthetik-Komponentengeschäft sowie die Versorgung von PatientInnen zugeordnet sind, hat Ottobock den Umsatz um 6 Prozent auf 876 Millionen Euro gesteigert. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor sei die zunehmende Versorgung von PatientInnen mit mikroprozessorgesteuerten Prothesen (z.B. mit der Beinprothesenlösung Genium) zu nennen oder die intuitive Steuerung Myo Plus, mit der AnwenderInnen myoelektrische Hände dank künstlicher Intelligenz und Mustererkennung flüssig bewegen können, teilt das Unternehmen mit. Weiteres Wachstumspotenzial im Segment O&P biete das Neuro-Beinorthesensystem C-Brace, das Menschen mit Lähmungen dabei hilft, wieder laufen und stabil stehen zu können. 2019 hat Ottobock die zweite Generation des C-Brace vorgestellt. In Deutschland und Japan haben die Zulassungsstellen inzwischen Erstattungszusagen dafür erteilt.

Im Segment Others, zu dem unter anderem das Rollstuhlgeschäft Human Mobility und der Start-up-Bereich Industrials zählen, hat Ottobock den Umsatz um 7 Prozent auf 127 Millionen Euro gesteigert. Das Rollstuhlgeschäft habe sich mit einem Wachstum im zweistelligen Prozentbereich sehr positiv entwickelt, insbesondere durch die erhöhte Nachfrage nach Leichtgewichtrollstühlen, Aktiv- und Sportrollstühlen sowie Elektrorollstühlen.

Das Investitionsvolumen von Ottobock belief sich im Geschäftsjahr 2019 auf 184 Millionen Euro – ein Anstieg um 54 Millionen Euro bzw. 42 Prozent. Wesentliche Gründe waren die Akquisition von Vigo, einem führenden Patient Care-Anbieter in Belgien und Polen mit einem Jahresumsatz von rund 70 Millionen Euro, sowie weitere Transaktionen in Frankreich, Italien, Schweden und in den USA. Insgesamt 100 Millionen Euro hat Ottobock in die Übernahme der Unternehmen investiert.

Darüber hinaus investierte Ottobock 51 Millionen Euro in Sachanlagen, nicht zuletzt, um Produktion, Logistik und Service auszuweiten. Auf den Hauptsitz in Duderstadt entfielen 21 Millionen Euro, unter anderem für ein neues Logistikzentrum, ein Fräszentrum und das sogenannte iFab zur individuellen, digital gesteuerten Fertigung von Prothesen und Orthesen per 3D-Druck. Weitere 61 Millionen Euro brachte Ottobock im vergangenen Geschäftsjahr für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf. 42 neue Patente hat das Unternehmen angemeldet.