17. Juni 2020

BDSE: Jetzt noch keine Sommerware reduzieren

Foto: AdobeStock/dmitrimaruta

Anzeige

Der BDSE appelliert an den Schuheinzelhandel, sich in den nächsten Wochen mit Preisaktionen bei Sommerschuhen zurückzuhalten. Durch den teilweisen Wegfall der Frühjahrssaison aufgrund der Corona-Maßnahmen brauche der Schuhhandel jetzt eine längere Phase mit vollen Preisen.

Nach dem Ende des Lockdowns habe es zwar erste Rabattaktionen gegeben, insgesamt sei es in den letzten Wochen an der Preisfront aber verhältnismäßig ruhig geblieben, so der  Bundesverband des Deutschen Schuheinzelhandels (BDSE). Entgegen der oft geäußerten Befürchtungen seien umfangreiche oder sogar pauschale Reduzierungen „auf Alles“ bisher die Ausnahme gewesen. Mitunter habe es zwar mehr oder weniger auffällige Sale-Plakate gegeben, doch betrafen sie speziell im konsumigen Markt primär Übergangsschuhe. Dies sei zu dieser Zeit nicht ganz unüblich. Es sei nicht zu erwarten, dass sich diese Schuhe bei steigenden Temperaturen noch zu vollen Preisen vermarkten lassen.

Falsch sei es aber, für den breiten Markt bereits jetzt aktuelle Sommerschuhe zu reduzieren – selbst bei großem Lagerdruck, warnt der BDSE. Denn durch den teilweisen Wegfall der Frühjahrssaison aufgrund der Corona-Maßnahmen brauche der Schuhhandel jetzt eine längere Phase mit vollen Preisen, um nicht noch weitere existenzgefährdende Verluste einzufahren. Selbst wenn einzelne stationäre Händler oder Online-Anbieter mit ersten Rotpreisen für Sommerware vorpreschen, sollte man sich davon möglichst nicht beeinflussen lassen", so der BDSE. Schließlich kauften die Kunden immer bedarfsorientierter – eine Tendenz, die durch die Coronakrise eher noch zugenommen habe. Und obwohl es in weiten Teilen Deutschlands schon einige heiße Tage gab, stehen die wärmsten Wochen erst noch bevor. Viele Bedarfskäufer dürften – nicht zuletzt durch die bestehenden Einschränkungen – noch gar nicht zum Schuhkauf in den Städten gewesen sein. Diese Klientel suche erfahrungsgemäß noch im Juli und August nach Sommerware. In diesem Zusammenhang dürfe auch nicht vergessen werden, dass die sommerliche Witterung in den letzten Jahren oft bis weit in den September andauerte. Zudem komme durch die Corona-bedingten Verzögerungen in der Lieferkette ein Gutteil der Herbstware im breiten Markt später in die Geschäfte, wie es ja auch zwischen Handel und Lieferanten vereinbart wurde. Wer also jetzt bereits seine Sommerware verramsche, laufe Gefahr, seinen Kunden im Hochsommer kaum bedarfsgerechte Ware anbieten zu können.

Der BDSE appelliert daher an den Schuheinzelhandel, sich in den nächsten Wochen mit Preisaktionen bei Sommerschuhen zurückzuhalten. Die Branche brauche jetzt diese Solidarität, um die Folgen der Coronakrise zumindest abzufedern. Die gesamte Schuh- und Modebranche sei sich weitgehend einig, dass die Sommersaison unbedingt bis in den August hinein verlängert werden müsse und breitere Reduzierungen frühestens Ende Juli Sinn machen, auch wenn man dabei den regionalen Wettbewerb durchaus im Auge behalten muss.