22. Juni 2020

Anzahl der SABU-Händler, die KfW-Mittel beantragen, wächst deutlich

Foto: bluedsign/AdobeStock

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Der „Corona-Hilfe-Monitor“ beobachtet in regelmäßigen Abständen das Verhalten und die Erfahrung der SABU-Händler in Bezug auf die Corona-Hilfen für den Einzelhandel. In einer zweiten Welle wurden nun die Positionen Soforthilfe, KfW-Mittel, Kurzarbeit, Mietstundung, Zins- und Tilgungsstundung sowie Steuerstundung abgefragt.

Die SABU Schuh & Marketing GmbH teilt folgende Ergebnisse mit:

  • In den letzten vier Wochen stieg der Anteil der genehmigten Soforthilfen deutlich an. Jedoch nur 62 Prozent der SABU-Anschlussfirmen haben die genehmigten Mittel bereits ausgezahlt bekommen.
  • Die Anzahl der SABU-Händler, die KfW-Mittel beantragt haben, stieg deutlich. Trotz eines hohen Genehmigungsanteils von rund 94 Prozent haben jedoch nur 32 Prozent die genehmigten Mittel bisher tatsächlich ausgezahlt bekommen.
  • Der Anteil der SABU-Anschlussfirmen, die Kurzarbeitergeld beantragt haben, blieb insgesamt konstant. Hier stieg der Anteil derjenigen, die das Geld auch erhalten haben, auf rund 45 Prozent deutlich an.
  • Stark angestiegen ist auch der Anteil der SABU-Partner, die einen Antrag auf Steuerrückzahlung gestellt haben. Nahezu jeder zweite Händler nutzt zwischenzeitlich diese Förderung.

SABU-Geschäftsführer Stephan Krug resümiert: „Die zweite Befragungswelle zeigt deutlich, dass viele Unternehmer einige Zeit gebraucht haben, um zum Beispiel die verschiedenen Möglichkeiten zu prüfen und mit ihren Steuerberatern die notwendigen Unterlagen antragsfähig aufzubereiten. Noch immer jedoch fließen die genehmigten Mittel nur langsam an unsere Mitglieder. Der Prozess ,beantragen, bearbeiten, genehmigen, auszahlen' ist einfach zu bürokratisch und zu zeitaufwändig. Gerade bei den KfW-Mitteln hören wir ständig, dass die KfW zwar auf die Prüfung zum Beispiel der Kapitaldienstfähigkeit verzichtet, die Hausbanken unserer Händler jedoch zum Beispiel aus Gründen des Kreditwesengesetzes auf eine Prüfung Wert legen.“

Krug beobachtet die ersten Wochen nach der Wiedereröffnung der Geschäfte seine Mitglieder kritisch: „Wir können nur eine langsame, schrittweise Besserung feststellen. Die Kunden sind immer noch verunsichert, es fehlt die Kauflust. Das Einkaufen mit Maske wird zwar selbstverständlicher, aber es macht den Kunden nicht wirklich Spaß. Die Beschränkungen in der Gastronomie tun ein Übriges dazu. Das Einkaufserlebnis ist und bleibt deutlich eingeschränkt.“

„Wer bestellt sollte auch zahlen", formuiert Stephan Krug seine Forderung an die Politik. "Die Politik hat die Geschäftsschließungen zwar aus gutem Grund angeordnet, sie hat aber auch für die Folgen die Verantwortung zu übernehmen und für den Schaden aufzukommen. Wenn in den nächsten Monaten keine brauchbaren Konzepte zur Rekapitalisierung entwickelt werden, sehe ich düstere Zeiten auf den mittelständischen deutschen Schuh-Einzelhandel zukommen. Lebendige Innenstädte setzen einen überlebensfähigen stationären Einzelhandel voraus“. Aus seiner Sicht gibt es bislang von der Politik noch keine nachhaltige und pragmatische Unterstützung der mittelständischen Unternehmen mit 10 und weniger Mitarbeitern.