01. Juli 2020

HDS/L: Wirtschaftliche Entwicklung mit Sorge betrachtet

Den HDS/L Mitgliedern wurde die Möglichkeit einer virtuellen oder physischen Teilnahme angeboten. (Foto: HDS/L)

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Am 24. Juni hat in Offenbach die turnusmäßige Mitgliederversammlung des Bundesverbands der Schuh- und Lederwarenindustrie HDS/L stattgefunden. Der Vorstandsvorsitzende Carl-August Seibel nutzte die Gelegenheit, auf die aktuelle Lage in der Branche hinzuweisen. „Die Herausforderungen sind enorm. Der europäischen Wirtschaft drohen neue Regulierungen, Auflagen und Steuern“, so Seibel.

Gemeinsam mit dem BDI und dem Dachverband textil+mode fordert der HDS/L aufgrund der Corona-Pandemie ein umfassendes Moratorium und Deregulierungen. Die deutsche Bundesregierung könne sich ihrer Verantwortung für die deutsche Industrie auch in ihrer in wenigen Tagen beginnenden EU-Ratspräsidentschaft, die am 31. Dezember enden wird, beweisen. Beunruhigende Strömungen im Außenhandel seien der nach wie vor ungeregelte Brexit, der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie die protektionistischen Maßnahmen in der Türkei verunsichern die Branche. Insolvenzen und kritische Entwicklungen wichtiger Handelspartner bereiten im Inland Sorge: „Das Schutzschirmverfahren der Galeria Karstadt Kaufhof läuft für die Lieferanten alles anderes als zufriedenstellend“, bedauert HDS/L Vorstand Lederwaren Achim Bruder. Insbesondere für Handtaschen und Reisegepäck sei die Warenhauskette ein wichtiger Kunde.

Umsatzausfälle von 20 Prozent und mehr erwartet
Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung betrachtet der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie mit Sorge: Die Corona Krise habe erhebliche Auswirkungen auf die Schuh- und Modebranche. Echte Konsumfreude lasse sich nur bedingt zu beobachten. Laut einer aktuellen Umfrage rechne rund die Hälfte der HDS/L Mitglieder in den nächsten beiden Saisons mit Umsatzausfällen von 20 Prozent und mehr. Der HDS/L Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert erläuterte im Rahmen der Tagung weitere Details zur wirtschaftlichen Entwicklung, zum Arbeitsrecht und zur Tarifpolitik. Er dankte allen Arbeitsgruppen und Gremien, die dazu beigetragen haben, das Jahr 2019 erfolgreich zu gestalten. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels appellierte Manfred Junkert an alle Mitglieder, sich noch stärker im Bereich Ausbildung zu engagieren. Dabei wies er auch auf die vielfältigen Möglichkeiten der Verbundausbildung mit dem ISC Germany in Pirmasens hin.

Virtuelle Präsenz war möglich
Bedingt durch die in Corona Zeiten außergewöhnliche Situation hatte der Vorstand den HDS/L Mitgliedern die Möglichkeit einer virtuellen oder physischen Teilnahme angeboten.
Beide Möglichkeiten wurde genutzt: Über 20 Personen waren in die weitläufigen Räumlichkeiten der Messe Offenbach gekommen und ebenso viele Mitglieder waren virtuell präsent. Seit der letzten Versammlung im Mai 2019 sind drei neue Mitglieder hinzugekommen: die Firmen AstorMueller AG und Filii GmbH als ordentliche Mitglieder sowie BASF Polyurethanes GmbH als Fördermitglied. Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurden Vorstand und Geschäftsführung einstimmig entlastet. Auch der Jahresabschluss wurde einstimmig genehmigt, der Etatvorschlag für 2020 angenommen.