10. September 2020

ANWR: Rückblick auf starkes Jahr 2019


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Die Generalversammlung der ANWR Group eG fand am 7. September in Mainhausen unter Einhaltung eines strengen Hygienekonzepts statt. Der Ausbau der Finanzdienstleistung habe für einen Rekordumsatz in 2019 gesorgt. Die Digitalisierung des stationären Handels sei ein Schwerpunktthema der nächsten Jahre.

Mit einem Rückblick auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 und die Feierlichkeiten anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Genossenschaft in Hamburg, startete Vorstandssprecher Frank Schuffelen seinen Vortrag im Rahmen der diesjährigen, Corona bedingt verschobenen Generalversammlung der ANWR Group eG am 7. September in Mainhausen. „Wer hätte zu diesem Zeitpunkt gedacht, dass die von Bundeswirtschaftsminister Altmaier im Rahmen des Jubiläums-Festaktes gelobte bunte Vielfalt im Einzelhandel schon bald auf eine so harte Probe gestellt werden würde“, so Schuffelen. „Die Corona-Pandemie war und ist eine der größten Herausforderungen in der Geschichte der Genossenschaft und ihrer angeschlossenen Mitglieder“. Die ANWR-Unternehmensgruppe habe ihre angeschlossenen Händler vom ersten Tag des Lockdown an intensiv unterstützt. Aktuell gehe es hauptsächlich darum, die Liquidität der Mitglieder sicherzustellen.

Digitale Aktivitäten weiter ausbauen
Im Rahmen einer erstmals durchgeführten Podiumsdiskussion mit Vorstand und Aufsichtsrat wurde deutlich, auf was es in den nächsten Jahren ankomme. „Digital first“ laute die Botschaft und damit gleichzeitig die Aufgabenstellung für alle Beteiligten. In der Lockdown-Phase seien weit über einhundert zusätzliche Filialen an die eigene E-Commerce Plattform ‚schuhe.de‘ angeschlossen worden, so dass die Umsatzverluste des stationären Geschäfts wenigstens zum Teil kompensiert werden konnten. Diese Aktivitäten gelte es weiter auszubauen und die Handelspartner bei der Investition in alternative Vertriebswege zu unterstützen.
Mindestens ebenso wichtig wie der Vertrieb an den Endkunden seien die Prozesse dahinter. Hier habe die ANWR gemeinsam mit Partnern der Schuhbranche weitreichende Entscheidungen zu einer Branchenlösung getroffen. Über das European Clearing Center (ECC) werde zukünftig das gesamte Datenclearing der Schuhbranche abgewickelt. Eine Voraussetzung für die gerade gestartete digitale Orderplattform ‚Sprint Order‘. Diese soll zukünftig als Ergänzung zu den Präsenz-Messen der ANWR fungieren.

Starkes Jahr 2019 – Ausblick auf 2020
Die ANWR-Unternehmensgruppe schließt das Jahr 2019 mit einem Wachstum beim Abrechnungsvolumen von mehr als 50 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro ab. Dieses sei – neben dem dreiprozentigen Wachstum im Kerngeschäft Schuhe, Sport und Lederwaren – insbesondere im Bereich der Zentralregulierung für Drittverbände, durch die Übernahme des ZR-Geschäftes der VR Diskontbank geprägt worden. Die beiden ANWR-Banken – DZB Bank und Aktivbank – erbringen inzwischen Finanzdienstleistungen für über 80 Verbände mit 20.000 angeschlossenen Handelsunternehmen. Die aktuelle Umsatzentwicklung ist laut ANWR trotz Corona Pandemie insgesamt positiv. Das Abrechnungsvolumen habe zum 31. Juli 2020 mit +53 Prozent auf 10,2 Mrd. Euro deutlich über dem Vorjahreswert gelegen. Die Eigenverbände – Schuhe, Sport und Lederwaren – lägen zusammen mit -10,7 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro hinter dem Vorjahreswert zurück. Dabei weisen Schuhe und Lederwaren laut ANWR mit -19 Prozent bzw. -32 Prozent deutliche Einbußen aufgrund der Covid19 Pandemie auf. Im Gegensatz dazu zeichnen die Einkaufsumsätze im Bereich Sport mit +5 Prozent laut ANWR ein positiveres Bild, hervorgerufen durch größere Neuzugänge bei den Sport 2000 Partnern. Das Finanzdienstleistungsgeschäft liege mit +76 Prozent auf 8,6 Mrd. Euro deutlich über dem Vorjahr. Dies beruhe auf dem Ganzjahreseffekt aus der Übernahme des ZR-Geschäftes der VR Diskontbank. Seit Juni 2019 wird dieses über die Aktivbank AG abgerechnet.
Im Rahmen der Generalversammlung stimmten die Mitglieder mit großer Mehrheit dafür, keine Dividende für das Geschäftsjahr 2019 auszuschütten und stattdessen den Bilanzgewinn zur Stärkung der Innenfinanzierung der ANWR Group zu nutzen.

Britta Goertz neu im Aufsichtsrat
Die Schuhhändlerin Britta Goertz aus Lübbecke wurde neu in den Aufsichtsrat der Genossenschaft gewählt. Sie folgt auf Bettina Schipp, die nach 18 Jahren im Aufsichtsrat nicht erneut für die Wahl kandidierte. Britta Goertz ist seit 2002 im Familienunternehmen Schuhhaus Meyer verantwortlich für die Leitung des Stammhauses sowie für Personalentwicklung, Marketing und Zukunftssicherung.
Für die Aufsichtsratsmitglieder Christian Bode (Wentorf), Franz Herrlein (Reit im Winkl) und Claude Steinmetz (Strasbourg, Frankreich) stand turnusmäßig die Neuwahl auf der Tagesordnung der Versammlung. Sie wurden in ihren Ämtern bestätigt und für weitere 3 Jahre gewählt. Aufsichtsratsvorsitzender ist weiterhin Holger Baierl, sein Stellvertreter Christian Bode. Beide wurden in der konstituierenden Sitzung des Gremiums in den Ämtern bestätigt.