05. Oktober 2020

ZDH und FDP-Bundestagsfraktion fordern eine Exzellenzstrategie für die berufliche Bildung

Christian Lindner und Hans Peter Wollseifer (Foto: ZDH/Boris Trenkel)

Anzeige

Der ZDH und die FDP-Bundestagsfraktion haben ein gemeinsames bildungspolitisches Positionspapier zur künftig besseren Förderung der beruflichen Bildung vorgestellt. Die zentrale Forderung darin ist, die Exzellenzförderung nicht weiter allein auf die akademische Ausbildung zu beschränken, sondern sie auf das berufliche Bildungssystem auszuweiten.

Wie der ZDH erläutert, eröffne die berufliche Bildung nicht nur die Möglichkeit, Innovationen an der Schnittstelle von Forschung und Praxis mitzugestalten. Die duale Erstausbildung und die Höhere Berufsbildung, die sich daran anschließen kann, biete auch zahlreiche Chancen auf individuelle Fach- und Führungskarrieren bis zum Unternehmertum. Denn aufbauend auf der Erstausbildung, so der ZDH, können mittels der Höheren Berufsbildung im Handwerk berufliche Abschlüsse wie Meister oder Betriebswirt im Handwerk erreicht werden, die gleichwertig zu den Hochschulabschlüssen Bachelor oder Master sind. Mit einer gemeinsamen Strategie wollen FDP und ZDH das System der beruflichen Bildung weiterentwickeln, um neue Chancen für selbstbestimmte Berufslaufbahnen und für innovatives Unternehmertum zu schaffen.

„Um die Zukunft zu gestalten, müssen wir dafür sorgen, dass die Förderung der beruflichen Bildung gleichgestellt wird zur Förderung an den Hochschulen. Denn unsere Wirtschaft und das Handwerk braucht exzellent ausgebildete berufliche Fachkräfte. Exzellenzbildung im Handwerk setzt voraus, das Interesse für handwerkliche und technische Berufe und für Unternehmertum schon ab der Grundschule zu wecken“, betont Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). „In der gymnasialen Oberstufe muss die Berufsorientierung nicht nur ein Hochschulstudium im Blick haben, sondern immer auch die Entwicklungsmöglichkeiten und Karrierechancen der beruflichen Aus- und Weiterbildung als adäquate Alternative zum Hochschulstudium vorstellen“, fordert der ZDH-Präsident.

„Wir wollen die Exzellenzförderung in der Beruflichen Bildung stärken. Dazu braucht es auch Internationalisierung - wie zum Beispiel durch die Schaffung eines dem DAAD entsprechenden Deutschen Beruflichen Austauschdienstes“, betont Christian Lindner, Fraktionsvorsitzender der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag. „Durch den Ausbau digitaler Lehr- und Lernmethoden sowie exzellenter Weiterbildungsangebote in der Höheren Berufsbildung wollen wir den Führungs-, Unternehmens- und Spezialistennachwuchs weiter qualifizieren. Talente in der Beruflichen Bildung müssen wir befähigen und unterstützen.“

Zum Positionspapier „Exzellenz im Handwerk – Exzellenz in der Beruflichen Bildung“ (PDF)