21. Oktober 2020

Physiotherapie-Verbände: Verhandlungen gescheitert – Schiedsstelle informiert

Foto: Adobe Stock/halfpoint

Die Pysiotherapie-Verbände IFK, VDB, VPT und PHYSIO-DEUTSCHLAND haben am 9.Oktober gegenüber der neu eingerichteten Heilmittel-Schiedsstelle das Scheitern der Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband erklärt und die Schiedsstelle über die strittigen Punkte informiert. Nun startet das Schiedsverfahren formal.

Bis zum 30. September 2020 hätten - laut Gesetzgeber - der GKV-Spitzenverband und die vier physiotherapeutischen Verbände die Verhandlungen zum neuen Bundesrahmenvertrag abschließen müssen. Die Verhandlungen seien nach insgesamt 22 Verhandlungsrunden sowie unzähligen Vier-Augen-Gesprächen, Telefonaten und Videokonferenzen in kleiner Runde, beendet. Auf einen neuen Bundesrahmenvertrag konnten sich die Parteien allerdings nicht einigen. Mit Ablauf der Frist und dem Erklären des Scheiterns der Verhandlungen beginne nun das offizielle Schiedsverfahren.

Im nächsten Schritt werde Dr. Ulrich Orlowski, der Vorsitzende der neuen Heilmittel-Schiedsstelle, die physiotherapeutischen Verbände auffordern, innerhalb von vier Wochen ihre Forderungen entsprechend inhaltlich zu begründen. Dabei werden IFK, VDB, VPT und PHYSIO-DEUTSCHLAND gemeinsam die Punkte und Sachverhalte schildern, bei denen es während der Verhandlungen zu keiner Einigung gekommen ist, teilen die Verbände mit. Hauptthema sei und bleibe die Vergütung der Leistungspositionen. Die Forderung der Verbände von 50,13 Prozent stütze sich dabei auf die Wirtschaftlichkeitsanalyse ambulanter Therapiepraxen (WAT-Gutachten). Hiermit werden die Verbände auf wissenschaftlicher Grundlage ihre Forderung entsprechend begründen.

Neben dem Hauptthema Vergütung gehe es unter anderem auch um eine Anpassung der Leistungsbeschreibung, neue Leistungspositionen wie beispielsweise die „physiotherapeutische Diagnostik“ sowie um relevante Fragen zum Allgemeinen Teil des Rahmenvertrages und zu den Anlagen 3a/b (Prüfpflicht). Gerade im Hinblick auf den bürokratischen Aufwand in Physiotherapiepraxen seien weitere Maßnahmen zur Entlastung der Praxen wichtig.