10. Dezember 2020

BVMed: Homecare- und Hilfsmittel-Leistungserbringer bei Impfungen ebenfalls priorisieren

Foto: Freedomz/AdobeStock

Anzeige

Mitarbeiter von Homecare- und Hilfsmittel-Leistungserbringern sowie Dialyse-Leistungserbringer sollten bei der Corona-Impfstrategie analog zum Pflegepersonal prioritär berücksichtigt werden. Das schlägt der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) in seiner Stellungnahme zum Referentenentwurf der Coronavirus-Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums vor. Zudem sollten Mitarbeiter von Unternehmen der Medizintechnik-Branche in Produktion und Distribution von versorgungsrelevanten und lebensnotwendigen Medizinprodukten berücksichtigt werden, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll.

Die Mitarbeiter in den Bereichen Homecare, Hilfsmittel einschließlich Sanitätshäuser und Dialyse „haben täglich eine Vielzahl von Kontakten, teils mit multimorbiden Patienten sowie Patienten hohen Alters in Krankenhäusern, Einrichtungen in der stationären Pflege und in der ambulanten Versorgung“, lautet die Begründung in der BVMed-Stellungnahme. Der Verband weist darauf hin, dass bei Sanitätshäusern und Homecare- bzw. Hilfsmittel-Versorgern der Patientenkontakt regelmäßig eng ist. Hier gehe es, neben den klassischen Versorgungen im Sanitätshaus, um die lebensnotwendige Einweisung, Versorgung und Überwachung von Patienten mit Hilfsmitteln wie Stoma, Katheter, parenterale Ernährung oder Infusionstherapien im häuslichen Bereich sowie in stationären Einrichtungen. Sonstige Leistungserbringer im Gesundheitswesen sollten deshalb „explizit in den rechtlichen Vorschriften genannt werden, um Unklarheiten zu vermeiden“, so der BVMed.

Ebenso berücksichtigt werden sollten aus Sicht des Verbandes Medizinprodukteberater, die in Krankenhäusern bei akut lebenserhaltenden und lebensrettenden Operationen mit Medizinprodukten, beispielsweise Herzkathetern, Herzklappen oder Implantaten, unterstützen und Kontakt zu Ärzten und Patienten haben. 

Auch die Produktion und Distribution von versorgungsrelevanten und lebensnotwendigen Medizinprodukten sollte sichergestellt sein, um weitere Engpässe in der Pandemie zu vermeiden, so der BVMed. Er spricht sich deshalb dafür aus, diese Mitarbeiter in die Gruppe der Personen, die in zentralen Bereichen der Daseinsvorsorge eine Schlüsselstellung besitzen, aufzunehmen.

Die BVMed-Stellungnahme zur Impfverordnung kann unter www.bvmed.de/positionen heruntergeladen werden.