20. Oktober 2021

Osteoporose: DGOU empfiehlt persönlichen Vorsorgeplan

Foto: Adobe Stock/georgerudy

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Mehr als 7 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Osteoporose, ca. 700.000 Betroffene erleiden einen Knochenbruch. Anlässlich des Weltosteoporosetags am 20. Oktober empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU)  zum Schutz vor Knochenbrüchen einen persönlichen Vorsorgeplan für Osteoporose.

Ältere Menschen leiden häufig unter Osteoporose. Dem schleichenden Abbau des Knochengewebes lässt sich durch eine aktive Lebensweise und medikamentöse Behandlung auch im Alter noch begegnen. Kommt es aber zu einem schweren Sturz mit Knochenbruch, bieten spezialisierte Krankenhäuser eine optimale medizinische Versorgung, so die DGOU. „AltersTraumaZentren sind speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen eingestellt. Die Zusammenarbeit von Experten verschiedener Fachdisziplinen verbessert die Heilungschancen und die Überlebensrate gerade bei den häufig auftretenden Oberschenkelhalsbrüchen erheblich“, sagt Prof. Dr. Michael J. Raschke, stellvertretender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Münster, anlässlich des Weltosteoporosetags am 20. Oktober.

Weitverbreitete Volkskrankheit, ähnlich wie Diabetes
Bei Osteoporose wird das Verhältnis von Knochenaufbau und -abbau gestört. Ab dem 30. Lebensjahr vermindert sich beim Menschen die Knochenmasse. Sinkt die Knochenmasse unter ein gewisses Niveau, können Knochen schon bei leichten Erschütterungen brechen. „Osteoporose ist eine weitverbreitete Volkskrankheit, ähnlich wie Diabetes. Um dem allmählichen Knochenabbau entgegenzuwirken, sind unabhängig vom Alter viel Bewegung und eine gesunde Ernährung wichtig“, sagt Prof. Dr. Dieter C. Wirtz, DGOU-Präsident und Direktor der Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Bonn.

Anlässlich des Weltosteoporosetags am 20. Oktober empfehlen Orthopäden und Unfallchirurgen einen persönlichen Vorsorgeplan für Osteoporose:

  1.  Aktivität und Bewegung: Bewegung stärkt den Muskelapparat und schützt vor Knochenbrüchen. Sie fördert zudem den Knochenstoffwechsel und hilft, das für die Knochenbildung wichtige Kalzium in den Knochen abzulagern. Bewegung an der frischen Luft und vor allem bei Sonnenschein hilft, Vitamin D aufzubauen und damit die Knochenfestigkeit zu erhöhen.

  2. Gesunde Ernährung: Einem Kalziummangel lässt sich durch geeignete Ernährung begegnen. Gerade Milchprodukte sind günstig, aber auch Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse sind besonders kalziumhaltig.

  3. Frühzeitiges Erkennen und Diagnose: Generell sollte bei Frauen ab 70 Jahren und bei Männern ab 80 Jahren eine Knochendichteuntersuchung erfolgen. Bei Erkrankungen wie Rheuma, Diabetes, Herzinsuffizienz empfiehlt sich eine Untersuchung schon ab 60 Jahren.

  4. Haushaltscheck: Das eigene Zuhause sollte mit zunehmendem Alter auf gefährliche Stolperfallen wie Kabel, Teppichkanten oder Türschwellen gecheckt werden. Auch handwerkliche Aktivitäten oder einfache Haushaltstätigkeiten führen regelmäßig zu Knochenbrüchen. Hier sollten ältere Menschen auf Hilfe zurückgreifen, wenn sie sich nicht mehr sicher fühlen.

 

Wird eine Osteoporose festgestellt, sollten spezifische Osteoporosemedikamente, die den Knochen wieder aufbauen, in Kombination mit Vitamin D verabreicht werden. „Man kann Osteoporose heute sehr gut behandeln und die Knochendichte wieder erhöhen. Dadurch können Brüche wirkungsvoll vermieden werden. Spätestens nach dem ersten Bruch sollte mit einer Behandlung begonnen werden, um weitere schwerwiegende Brüche, wie zum Beispiel an der Hüfte, zu vermeiden“, sagt Prof. Dr. Ulrich Christoph Liener, stellvertretender Leiter der Sektion Alterstraumatologie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und Ärztlicher Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Marienhospital Stuttgart.