24. November 2021

HDE: 3G und 2G im Einzelhandel gehen am Ziel vorbei

Foto: Bihlmayerfotografie/Adobe Stock

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Angesichts der in den letzten Tagen auf Länderebene getroffenen Corona-Regelungen warnt der Handelsverband Deutschland (HDE) vor einem bundesweiten Flickenteppich und weiteren Einschränkungen für den Einzelhandel. Die beschlossene Verlängerung der Überbrückungshilfe II begrüßt der HDE, sieht aber noch Anpassungsbedarf.

Die Vorstöße und Verschärfungen einzelner Bundesländer sind aus Sicht des HDE nicht zielführend, aktuellste Auswertungen der Luca-App zeigten kein besonderes Infektionsgeschehen im Einzelhandel. „Der Einzelhandel ist kein Infektionsherd. Die Alleingänge einiger Bundesländer gehen daher am Ziel vorbei. Es braucht keine zusätzlichen Einschränkungen für das Einkaufen, um die Pandemie erfolgreich einzudämmen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Vorgaben wie 2G oder 3G seien im Handel nicht notwendig. Mit bewährten Hygienekonzepten, Abstandsregelungen und besonders der Maskenpflicht hätten Händler seit Beginn der Pandemie dafür gesorgt, dass Einkaufen sicher möglich sei.

„2G oder 3G im Einzelhandel leisten keinen spürbaren Beitrag zum Infektionsschutz. Die Politik scheint beschlossen zu haben, die Ungeimpften auf dem Rücken des Einzelhandels zu einer Impfung zwingen zu wollen. Das ist der falsche Weg“, so Genth. Zumal sich der Handel in einer eigenen Impfkampagne seit Monaten für den Fortschritt der Impfkampagne engagiere (https://www.leben-statt-lockdown.de/). „Es ist wichtig, die Impfquote zu steigern. Und das sowohl unter bislang nicht geimpften Personen als auch durch Booster-Impfungen bei bereits Geimpften“, so Genth.

Überbrückungshilfe II: Unternehmen müssen für die Beantragung auch künftig mindestens 30 Prozent Umsatzverlust nachweisen

Die beschlossene Verlängerung der Überbrückungshilfe II begrüßt der HDE, sieht jedoch Anpassungsbedarf bei den Antragskriterien und den Förderhöchstgrenzen. Die Corona-Hilfen sollten ursprünglich Ende des Jahres auslaufen, wurden nun aber bis Ende März 2022 verlängert. Der HDE kritisiert, dass Unternehmen für die Beantragung auch künftig mindestens 30 Prozent Umsatzverlust nachweisen müssen. „In vielen Handelsbranchen sind die Gewinnspannen sehr niedrig. Schon bei geringen Verlusten geraten Händlerinnen und Händler daher in eine schwierige Lage“, so Genth. Eine Beantragung der Überbrückungshilfen müsse folglich auch bei Umsatzverlusten von weniger als 30 Prozent ermöglicht werden. Hinzu komme, dass die Folgen der zurückliegenden, monatelangen Lockdowns bis heute zu spüren seien.

„Häufig ist das Eigenkapital der Handelsbetriebe durch die lange Zeit der pandemiebedingten Schließungen aufgebraucht. Anhaltende oder erneute Umsatzeinbrüche können sie nicht selbst auffangen“, betont Genth. Zudem müssen jetzt die Höchstgrenzen für eine Förderung angehoben werden, da ansonsten viele Unternehmen leer ausgehen, obwohl jetzt nochmals harte Maßnahmen den Handel treffen werden. Bund und Länder müssten deshalb die Wirtschaftshilfen nochmals anpassen.