17. Dezember 2021

CADS: Strengere Vorgaben für Schadstoffe in Schuhen und Lederwaren

Die Mitglieder von CADS, der Nachhaltigkeitsinitiative der deutschen Schuhindustrie, verpflichten sich, den Einsatz chemischer Substanzen in der Schuh- und Lederwarenherstellung künftig noch weiter zu reduzieren. CADS veröffentlichte jetzt eine neue Restricted Substances List – kurz RSL – für das Jahr 2022.

Das neue Verzeichnis umfasst strengere Grenzwerte für chemische Substanzen in Schuhen und Lederwaren wie beispielsweise MCCP und Glutaraldehyd. „Die Anforderungen der CADS-RSL sind strenger als die gesetzlichen Anforderungen und bieten maximale Sicherheit für die Qualitätskontrolle“, erklärt Dr. Ines Anderie, Leiterin der zuständigen CADS-Arbeitsgruppe.

Zur RSL zählen sowohl gesetzlich geregelte Substanzen als auch solche, zu denen es in der Vergangenheit keine gesetzlichen Vorschriften gab. Dazu zählt auch Glutaraldehyd, das teilweise in der Gerbung eingesetzt wird. Die 80 Mitgliedsunternehmen von CADS verpflichten sich freiwillig, die strengeren Grenzwerte einzuhalten. „Mit dem Einsatz jeglicher Art von Chemikalien gehen Gesundheits- und Umweltgefahren einher. Daher wollen wir in der Schuh- und Lederwarenherstellung mit der CADS-RSL helfen, diese so gering wie möglich zu halten“, sagt CADS-Präsident Michael Tackenberg. Da Glutaraldehyd in entsprechend hoher Konzentration Reizungen von Augen, Nasen oder der Lunge hervorrufen kann, sei CADS auch der Schutz der Arbeiter besonders wichtig.

Mittelkettige Chlorparaffine (MCCP) werden schon länger in der CADS-RSL gelistet. In der neuen RSL 2022 sind die Grenzwerte für MCCP verschärft worden. Chlorparaffine reichern sich in der Umwelt an und sind insbesondere für Wasserorganismen schädlich, eine orale Aufnahme durch den Menschen ist anzunehmen. Die verschärften Grenzwerte sollen bei einer sichereren Produktion helfen.
Die Liste wird jährlich aktualisiert und im Januar kostenlos auf der Website von CADS veröffentlicht.

Über CADS
Der Verein CADS definiert die Standards einer umweltbewussten, sozialen und nachhaltigen Produktion in der Schuh- und Lederwarenbranche. Hinter der Nachhaltigkeits-Initiative haben sich bislang 80 deutsche Unternehmen versammelt: Materiallieferanten, Gerber, Fachhändler, Schuh- und Taschenhersteller. Die Mitglieder verpflichten sich im Code of Conduct, ökologische und soziale Aspekte konkret und transparent in der Wertschöpfungskette umzusetzen.