18. Februar 2022

E-Rezept: GKV-Spitzenverband begrüßt Verlängerung der Testphase

Foto: M.Dörr & M.Frommherz/AdobeStock

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Nachdem der Test des E-Rezepts von der Region Berlin-Brandenburg auf ganz Deutschland ausgeweitet wurde, unterstützen jetzt alle 97 gesetzlichen Krankenkassen die Erprobung und Weiterentwicklung des E-Rezepts, teilt der GKV-Spitzenverband mit. Der ursprünglich geplante Test war erweitert und verlängert worden, weil die Ergebnisse für eine flächendeckende und verpflichtende Einführung nicht ausreichten. Bis Ende des Jahres 2021 hatten nur 42 E-Rezepte den gesamten Prozess von der Ausstellung bis zur Abrechnung erfolgreich durchlaufen.

“Es war richtig, die Testphase zu verlängern und transparenter zu gestalten. Nur mit einer ehrlichen Fehlerkultur bringen wir die Digitalisierung des Gesundheitswesens wirklich voran”, sagt Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes. “Die gesetzliche Krankenversicherung treibt den Test des E-Rezepts aus Überzeugung voran. Das E-Rezept ist ein Kernelement der Digitalisierung, das wir möglichst bald und fehlerfrei für unsere 73 Millionen Versicherten in die Fläche bringen wollen.”

Auch wenn alle gesetzlichen Kassen annahmebereit seien, könne es noch zu Komplikationen kommen, wenn die Krankenkassen und die Abrechnungszentren der Apotheken miteinander abrechnen. Um Retaxierungen wegen technischer Fehler zu vermeiden, wollen die Kassen eng mit den Apotheken und deren Abrechnungszentren zusammenarbeiten.

Bislang wurden 1596 E-rezepte eingelöst (Stand: 17. Februar). Um eine solide Grundlage für den Übergang in die Regelanwendung zu haben, ist geplant, dass 30.000 E-Rezepte den Test durchlaufen.

“Die Corona-Pandemie hat nun für jeden deutlich sichtbar gezeigt, wie wichtig funktionierende digitale Prozesse im Gesundheitswesen sind”, so Pfeiffer. “So wie uns jetzt ein digitaler Impfnachweis im Alltag begleitet, sollte es in Zukunft auch das E-Rezept ganz selbstverständlich tun. Ich appelliere daher an die Politik, die Digitalisierung des Gesundheitswesens weiterhin so voranzutreiben und zu unterstützen, wie es im Koalitionsvertrag und auch im Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz Ende Januar angekündigt wurde.”