16. März 2022

GKV: Hilfsmittelausgaben 2021 um 5,74 Prozent gestiegen

Foto: Jürgen Fälchle/AdobeStock

Die Hilfsmittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung stiegen laut den vorläufigen Finanzergebnissen im Jahr 2021 um 5,74 Prozent auf 9,778 Mrd. Euro (2020: 9,247 Mrd. Euro, Differenz: 531 Mio. Euro) im Vergleich zum Vorjahr. Pro Versicherten betrug der Anstieg 5,72 Prozent. 

Bei der AOK lag die Veränderungsrate pro Versicherten bei 5,1 Prozent, bei der BKK bei 5,7 Prozent, der IKK bei 10,7 Prozent, der KBS bei 3,5 Prozent, den EK bei 5,8 Prozent und der LKV bei 2,4 Prozent. Der Anteil der Hilfsmittelausgaben an den Gesamtausgaben der GKV (diese lagen 2021 bei 284,332 Mrd. Euro) lagen bei 4 Prozent. 

Einnahmen und Ausgaben der Krankenkassen

Die Einnahmen der Krankenkassen, die sie in erster Linie durch vorab festgelegte Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds erhalten, sind um 7,1 Prozent auf 278,6 Mrd. Euro gestiegen. Darin enthalten sind neben dem ergänzenden Bundeszuschuss von 5 Mrd. Euro, den der Bund an die GKV gezahlt hat, auch die wieder als Zuweisungen an die Krankenkassen ausgezahlten Beträge der Vermögensabführung. Ferner sind die Einnahmen aus Zusatzbeiträgen, die durchschnittlich in einer Höhe von 1,28 Prozent von den Krankenkassen erhoben wurden, enthalten.

Dem stehen Gesamtausgaben von 284,3 Mrd. Euro gegenüber, wovon rund 8 Mrd. Euro auf die Vermögensabführung der Krankenkassen an den Gesundheitsfonds entfallen. Die Ausgaben für Leistungen und Verwaltungskosten verzeichneten bei nahezu unveränderten Versichertenzahlen einen Zuwachs von 5,4 Prozent auf 274,5 Mrd. Euro. Die Leistungsausgaben stiegen um 5,7 Prozent, die Verwaltungskosten sanken dagegen um 0,3 Prozent. Insgesamt stiegen die Ausgaben der GKV gegenüber 2020 um rund 14 Mrd. Euro. Hiervon entfällt fast die Hälfte auf die Ausgabensteigerungen im Krankenhausbereich und bei den Arzneimitteln.

Andere Gesundheitsbereiche im Vergleich

  • Bei den Krankenhausausgaben verbuchten die Krankenkassen 2021 einen Anstieg von rund 3,6 Mrd. Euro bzw. 4,4 Prozent. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Krankenhäuser bis Ende Dezember zusätzlich rund 5 Mrd. Euro aus Steuermitteln für freigehaltene Betten erhalten haben. Eine wesentliche Rolle spielen die Pflegepersonalkosten, die bereits 2020 aus den DRG-Pauschalen ausgegliedert wurden. Hierfür verbuchten die Krankenkassen 2021 rund 9 Prozent mehr als noch im Vorjahr.

  • Im Bereich der ärztlichen Behandlung gab es mit 1,8 Prozent deutlich unterproportionale Zuwächse nach sehr hohen Zuwächsen im Vorjahr.

  • Die Ausgaben für Arzneimittel stiegen überdurchschnittlich um 7,8 Prozent bzw. rund 3,4 Mrd. Euro.

  • Die Ausgaben für zahnärztliche Behandlung inkl. Zahnersatz stiegen um 10,4 Prozent bzw. rund 1,6 Mrd. Euro.

  • Die Heilmittelausgaben stiegen um 16,5 Prozent bzw. 1,5 Mrd.. Dieser starke Ausgabenanstieg sei insbesondere auf Vergütungsanpassungen als Ergebnis der Verhandlungen und Schiedssprüche nach §125 SGB V und zum kleineren Teil auf einen Wiederanstieg der Behandlungsmengen gegenüber dem Pandemiejahr 2020 zurückzuführen.

Die endgültigen Finanzergebnisse der Krankenkassen für das Gesamtjahr 2021 sollen ebenso wie die Daten des 1. Quartals 2022 Mitte Juni 2022 vorliegen.