14. April 2022

Medizinische Kompressionsstrümpfe: Begriffe nicht verwechseln

Oda Hagemeier. (Foto: Eurocom)

Die medizinische Kompressionstherapie ist Basistherapie bei der Volkskrankheit Venenleiden. Damit die Versorgung der oft chronisch Erkrankten therapiegerecht erfolgt, kommt es auf das korrekte, leitlinienbasierte Verständnis des Begriffs „Medizinische Kompressionsstrümpfe“ an – darauf weist Oda Hagemeier, Geschäftsführerin Eurorom e. V., anlässlich des Deutschen Venentages am 23. April hin.

„Begriffliche Trennschärfe ist uns ein besonderes Anliegen, weil es immer wieder zu Verwechslungen kommt. Selbst auf Gesundheitsportalen oder Medien für die Ärzteschaft werden medizinische Kompressionsstrümpfe mit Thrombose-Prophylaxestrümpfen oder gar Stützstrümpfen in einen Topf geworfen. Das kann gefährlich werden, denn diese Verwechslungen können Auswirkungen auf die therapiegerechte Versorgung der Patienten haben", betont Oda Hagemeier.

Medizinische Kompressionsstrümpfe

Medizinische Kompressionsstrümpfe (MKS) sind anerkannte, in den Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften und in der Produktgruppe 17 des Hilfsmittelverzeichnisses des GKV-Spitzenverbandes verankerte Hilfsmittel. Sie kommen als Basisbehandlung bei bereits existierenden Venenerkrankungen und Erkrankungen des Lymphsystems zum Einsatz. Medizinische Kompressionsstrümpfe, die in Deutschland mit dem RAL-Gütezeichen ausgezeichnet sein müssen, sind in vier verschiedenen Kompressionsklassen erhältlich. Sie werden vom Arzt verordnet und sind in Sanitätshäusern und Apotheken erhältlich. MKS entfalten ihre volle Wirkung am besten, wenn sich der Patient bewegt.

Thrombose-Prophylaxestrümpfe und Stützstrümpfe

Thrombose-Prophylaxestrümpfe, auch Anti-Thrombosestrümpfe genannt, werden ausschließlich bei bettlägerigen, also nicht mobilen Patienten zur Verhinderung einer Thrombose eingesetzt. Stützstrümpfe hingegen besitzen lediglich eine minimale Kompression. Sie sind deshalb nur für Venengesunde zur Vorbeugung gegen schwere, müde Beine bei langem Stehen oder Sitzen geeignet.

Volkskrankheit Venenleiden: Medizinische Kompressionstherapie ist Basistherapie

Allein in Deutschland leiden rund 30 Prozent der erwachsenen Durchschnittsbevölkerung an relevanten venösen Erkrankungen der unteren Extremitäten, teilt die Eurocom mit. Betroffen sind nicht nur ältere, sondern zunehmend auch jüngere Menschen. Es handelt sich in der Regel um chronische Erkrankungen, die unbehandelt zum Fortschreiten neigen, oder um akute Krankheitsbilder, die unbehandelt zu Komplikationen oder chronischen Folgezuständen führen können. "Umso wichtiger ist es, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln", so die Herstellervereinigung. "Die konsequent durchgeführte Kompressionstherapie gilt als die wirksamste Maßnahme, um das Fortschreiten der Venenerkrankungen zu verhindern und Beschwerden zu lindern. Schmerzen lassen nach, die Mobilität verbessert sich – und damit die Teilhabe und Lebensqualität der Betroffenen".

Broschüren und Newsletter der Eurocom informieren über die leitliniengerechte Versorgung mit Hilfsmitteln zur Kompressionstherapie. Sie stehen zum kostenlosen Download auf der Verbandswebsite bereit. Zuletzt erschienen: "Medizinische Kompressionstherapie richtig verordnen – ein Überblick für Ärzte".