20. April 2022

Interdisziplinäres Arztsymposium mit Themen aus Orthopädie und Phlebologie

v.l.: Heiko Denk (Leitung Vertrieb Ofa Bamberg), Dr. med. Thomas Jurda, Dr. med. Matthias Reick, Michaela Lundius (Leitung Ofa Akademie), Dr. med. Ulrich Quellmalz, Dr. med. Stephan Dalicho. (Foto: Ofa Bamberg)

Aus ganz Deutschland und Österreich kamen die Teilnehmenden zum 2. Bamberger Interdisziplinären Arztsymposium angereist, das von Ofa Bamberg organisiert wurde. Die Veranstaltung präsentierte eine große Bandbreite an Themen für orthopädisch und phlebologisch tätige Ärzte.

Das Programm startete nach einer kurzen Begrüßung durch die Gastgeber Heiko Denk, Leitung Vertrieb, und Michaela Lundius, Leiterin der Ofa Akademie (beide Ofa Bamberg), mit dem Vortrag von Dr. med. Thomas Jurda.
Der im Lubinus Clinicum in Kiel tätige Fußchirurg begann direkt nach dem Mittagsimbiss mit den Worten: „Ich hoffe, die Bilder in meinem Vortrag schlagen Ihnen nicht auf den vollen Magen“. Er spielte damit auf Dokumentationsbilder von Patienten mit postoperativen Wundinfekten am Fuß an. Die Präsentation beschäftigte sich mit der Frage „Was kann der Fußchirurg beim Management von Infekten am Fuß leisten?“ und der Facharzt schilderte eindrücklich seine täglichen Herausforderungen mit der Behandlung von infektiösen Füßen.

Anschließend berichtete Dr. med. Ulrich Quellmalz über die Methode des Shaving bei Ulcus cruris venosum – eine Erkrankung, die nach aktueller Schätzung der Bundesregierung etwa 3-4 Millionen Menschen betrifft. „Wir schleifen alles ab“, beschrieb der Mediziner die invasive Therapie der Ulcus-Behandlung, bei dem die chronische Wunde zunächst großflächig ausgeschabt wird, ehe mittels anschließenden Meshgraft-Transplantats die Abheilungszeit eines Ulcus erheblich reduziert werden könne.

Erhöhtes Risiko einer Rezidivverletzung bei Sportlern

Weiter ging es mit dem Vortrag „Reha-Planung nach Unfall oder Operation bei Sportlern“. Dr. med. Matthias Reick, selbst aktiver Marathonläufer, betonte, dass Verletzungen nicht nur in erster Instanz ein einschneidendes Ereignis in der sportlichen Karriere eines Athleten seien, sondern das Risiko einer Rezidivverletzung oder weiterer Folgeverletzungen um 30 Prozent erhöhe. Das Wiederverletzungsrisiko bei Sprunggelenkverletzungen läge laut Studien sogar bei bis zu 80 Prozent. Deshalb sei eine umfangreiche Rehabilitationsplanung in mehreren Phasen und mit steigender Belastung essenziell.

Nach einer Kaffeepause widmete sich Dr. med. Stephan Dalicho dem Thema „Leistenhernie – die Schwachstelle beim starken Geschlecht und die Versorgungsmöglichkeiten“. In den rund 45 Minuten fesselte der Magdeburger die Teilnehmenden vor allem mit seinen Kurz-Videos von minimal invasiven Operationen einer Leistenhernie.

„Ich bin vorsichtig!“

Im letzten Vortrag ging es um etwas, das alle Teilnehmende betraf: die Kommunikation im beruflichen Alltag. Obwohl sie kurzfristig nicht persönlich vor Ort sprechen konnte, gab Coach und Speakerin Nicola Fritze dank einer Live-Schaltung in ihre privaten vier Wände den Teilnehmenden wertvolle Tipps in Sachen Kommunikation. Unter dem Motto „Ich höre was, was du nicht sagst!“ nutzte sie zunächst den Vergleich mit Kindern, die sich spielerisch in die Rolle von Ärzten begeben, um in ihr Thema einzusteigen. Denn intuitiv machen die Spielenden wesentliche Aspekte der Kommunikation richtig, die bei einer Arzt-Patienten-Beziehung im echten Leben leider häufig missachtet werden. So beginne ein Rollenspiel unter Kindern meist mit der Frage „Was kann ich für Sie tun?“. Im Berufsalltag fehle oftmals die Zeit und die Konzentration auf den einzelnen Menschen. Dabei sei ein empathisches Verstehen bzw. tiefes Vertrauen zwischen beiden Personen die Hälfte der Miete. Denn eine gute Beziehung zwischen Arzt und Patient hätte therapeutische Wirkung, so Fritze. Sie riet dazu, den Placebo-Effekt zu nutzen und mittels optimistischer Worte positive Erwartungen bei Patienten zu wecken. Statt der negativen Formulierung „Sie müssen keine Angst haben“ suggeriere die Wortwahl „Das dient Ihrer Sicherheit“ oder „Ich bin vorsichtig“ eine vertrauensschaffende Verbindung zwischen Mediziner und Patienten.