16. Mai 2022

Ausstellung "Mythos Handwerk": Orthopädieschuhtechnik mit dabei

Foto: Günzel/Rademacher/Museum Angewandte Kunst

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Noch bis zum 11. September 2022 zeigt das Frankfurter Museum Angewandte Kunst die Ausstellung „Mythos Handwerk – Zwischen Ideal und Alltag“. Sie regt dazu an, einmal einen ganz anderen Blick auf das Handwerk zu werfen. Auch die Orthopädieschuhtechnik ist bei den dargestellten Gewerken berücksichtigt – und OSM Katja Streckhardt ist eine der Handwerkerinnen, die in Video-Interviews Rede und Antwort steht.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Handwerk im Spannungsfeld zwischen Ideal und Alltag. Wie ein Raster zieht sich die Frage nach dem Mythos durch die gesamte Ausstellung. Tradition, Ehrlichkeit, Schlichtheit – oft wurde und wird das Handwerk mit solchen universellen Werten in Verbindung gebracht. Welche dieser Zuschreibungen sind heute noch von Bedeutung und welche entstehen gerade neu? Die Ausstellung hinterfragt gängige Vorstellungen, entblößt sowohl Romantisierungen als auch Ideologien und zeigt auf, welche Affekte, Vorstellungen und Wünsche rund um das handwerklich hergestellte Objekt transportiert werden.

Videos mit OSM Katja Streckhardt

 
OSM Katja Streckhardt (Foto: Streckhardt)

Gezeigt wird eine Fülle von Objekten, Filmen, Bildern, Fotografien und Kunstwerken. Die Kuratorinnen besuchten dazu regionale Handwerksbetriebe und sprachen mit ausgewählten Vertretern einiger Gewerke. Um mit einem Gesundheitshandwerk in Kontakt zu kommen, wandte sich Grit Weber vom Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main an die Paul-Ehrlich-Berufsschule in Frankfurt. Diese stellte für die Ausstellung einen orthopädischen Maßschuh und Leisten zur Verfügung. Über die Berufsschule kam die Kuratorin mit Katja Streckhardt in Kontakt, die dort bis vor kurzem als Lehrerin tätig war. Die Orthopädieschuhmacher-Meisterin, die sich jetzt wieder ganz ihrer Tätigkeit bei Orthopädieschuhtechnik Baum in Marburg widmet, sagte gerne ein Interview vor laufender Kamera zu.

„Mythos Handwerk“ gliedert sich in sechs Ausstellungs-Cluster, die jeweils Gegensätze herausstellen: Einzelstück/Serie, Hand/Kopf, Lokal/Global, Luxus/Notwendigkeit, Tradition/Fortschritt und Meisterschaft/Do-it-yourself. Hierzu wurden Katja Streckhardt und Vertreter anderer Gewerke zu Aspekten befragt, die Ausstellungsbesucher zum Nachdenken anregen: Ist Handwerk immer einzigartig? Handelt es sich um Handwerk oder Design? Wie viel Kopfarbeit steckt im Handwerk? Schafft Handwerk Identität? Schafft Handwerk Heimat? Was macht Handwerk zu Luxus? Was unterscheidet Profis von Laien? Wie viel Neues steckt im Alten? Diese Fragen sind ein Leitmotiv des gesamten Projekts und entstanden aus der Intention heraus, vielfältige Antworten auf die Frage nach der Zukunft des Handwerks zu finden.

Die Ausstellung entstand in einer Kooperation mit dem Kunstgewerbemuseum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden und dem vorarlberg museum in Bregenz. Nach der Ausstellung in Frankfurt wird sie 2023/24 in Dresden und Bregenz zu sehen sein.

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